Kommentar

Immer Ärger mit der „Letzten Generation“: Die Empörung ist entlarvend

Klimaschutz-Aktivisten der Initiative "Aufstand der letzten Generation" blockierten im Februar eine Zufahrt zum Hauptstadt-Flughafen BER.

Klimaschutzaktivistinnen und ‑aktivisten der Initiative „Aufstand der letzten Generation“ blockierten im Februar eine Zufahrt zum Hauptstadt-Flughafen BER.

Die Aktionen der „Letzten Generation“ eskalieren, die Hysterie darum ebenfalls – nur eins nicht: der Klimaschutz. Ohne Frage darf man für keine noch so gute Sache Straftaten begehen oder Menschen gefährden. Das gilt besonders für die jüngste Aktion der Protest­gruppe, sich aufs Rollfeld des Berliner Flughafens zu kleben. Erstens ist dort die Sicherheit so sensibel, dass leicht mit Menschenleben gespielt wird; zweitens ist eine Klimaschutz­aktion, die durch umgeleitete Flüge Klimaschäden verursacht, in sich unsinnig.

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Was die Empörung entlarvt

Darüber herrscht aber so großer Konsens, dass die empörten Mahnungen an die Aktivistinnen und Aktivisten bestenfalls banal sind. Womöglich beweisen die Aufregung und die Rufe nach Strafverschärfung und Vorbeugehaft sogar, dass diese radikale Minderheit einen wunden Punkt trifft.

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Sie entlarvt, dass der Aufschrei über bekleckerte Kunst unter Bildungs­bürgern größer ist als über wissenschaftliche Prognosen, wonach in wenigen Jahrzehnten Missernten und Unwetter einen vielfachen Wert der Gemälde vernichten.

Sie zeigt, dass Deutschland jahrzehnte­lang im Stau stecken und debattieren kann, wie sich Inlands­flüge minimieren lassen, sich aber eher zu Auto­korsos gegen Spritpreise aufrafft als zu einer Verkehrs­wende.

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Die Störungen sind winzig im Vergleich zum Klimawandel

Sie führt vor Augen, wie unangenehm schon diese fiesen kleinen – im Fall des BER auch falschen – Störungen unseres Alltags sind, obwohl sie winzig sind im Vergleich dazu, wie der Klimawandel den Alltag unserer Enkel und Urenkel stören wird.

Wahrscheinlich bremst die „Letzte Generation“ die Erderwärmung nicht – schon, weil mehr über ihre Aktionen debattiert wird als über Klimaschutz. Trotzdem könnten künftige Generationen befinden, dass die Aktivistinnen und Aktivisten mit ihrem Ungehorsam auf der richtigen Seite der Geschichte standen, ihre Verzweiflung gerechtfertigt und unsere Prioritäten falsch waren.

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