Überfüllt und vermüllt

Flüchtlingscamp auf Lampedusa wird geräumt

Migranten mit Mund-Nasen-Schutz warten an einer Anlegestelle auf der sizilianischen Insel Lampedusa (Archivbild)

Migranten mit Mund-Nasen-Schutz warten an einer Anlegestelle auf der sizilianischen Insel Lampedusa (Archivbild)

Lampedusa. Die italienischen Behörden haben am Wochenende damit begonnen, das extrem überfüllte und vermüllte Flüchtlingscamp von Lampedusa zu räumen. Ein Marineschiff brachte am Sonntagmorgen 600 Migranten von der kleinen Mittelmeerinsel zwischen Tunesien und Süditalien nach Porto Empedocle auf Sizilien.

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Danach kehrte das Schiff um, um weitere 600 Menschen aufzunehmen und wegzubringen. Das Innenministerium von Rom hatte mit einer entsprechenden Anweisung auf die jüngsten Berichte und Entwicklungen auf Lampedusa reagiert. Auch ein Schiff der Finanzpolizei wurde für die Transporte angefordert.

In dem Flüchtlings-Hotspot waren Ende der vergangenen Woche gut 1800 Menschen gezählt worden - dabei ist in dem Camp eigentlich nur für rund 350 Leute Platz. Weil auf Lampedusa in der neuen Woche wieder viele neue Flüchtende aus Nordafrika erwartet werden, soll das Lager schnellstmöglich geleert und gereinigt werden. Spätestens am Dienstag sollen alle Menschen auf andere Camps in Italien verteilt sein, kündigte die Präfektin von Agrigent auf Sizilien, zu deren Provinz die Insel Lampedusa gehört, laut der Nachrichtenagentur Ansa an.

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Empörung über Zustände

Berichte über die Zustände in dem Erstaufnahmelager hatten für Empörung gesorgt. Lampedusas Ex-Bürgermeisterin Giusi Nicolini zeigte bei Facebook Bilder und ein Video von dem Camp. Darauf sind Menschen zu sehen, die auf alten Schaumstoffmatratzen zum Teil im Freien liegen, überfüllte Mülleimer und bergeweise Abfall in den Gängen. Unter den Leuten seien Schwangere und Kinder. „Die Bilder könnten aus Libyen sein. Aber nein, das ist Italien“, schrieb Nicolini.

Flavio Di Giacomo vom Mittelmeer-Büro der UN-Organisation für Migration (IOM) twitterte von einer „Schande auf Lampedusa“. Am Sonntag ergänzte er, dass nicht die Zahl der ankommenden Menschen das Problem sei, sondern ein schlechtes System für die Verteilung.

Das Innenministerium in Rom registrierte bis zum Wochenende mehr als 30 000 Menschen, die in diesem Jahr mit Booten an italienischen Küsten - darunter auch Lampedusa - angekommen sind.

RND/dpa

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