Tödliche Hunde-Attacke

Land bleibt beim Nein zur Rasseliste

Foto: Staffordshire-Terrier werden im europäischen Ausland als Familienhund gehalten.

Staffordshire-Terrier werden im europäischen Ausland als Familienhund gehalten.

Kiel. Niedersachsen gehört wie Schleswig-Holstein und Thüringen zu den wenigen Ländern, die keine Listen über gefährliche Hunderassen führen. Ob ein Hund als gefährlich eingestuft wird, bewertet in Schleswig-Holstein die zuständige Gemeinde erst dann, wenn er zum Beispiel durch Beißattacken auffällig geworden ist. Sprecher mehrerer Fraktionen plädierten dafür, daran festzuhalten. Tim Brockmann (CDU) sprach von einer ausgereiften und ausreichenden Regelung. "Was in Hannover passiert ist, geschah im privaten Raum." Sandra Redmann (SPD) verwies darauf, dass es zum Schutz vor Hunden, die als gefährlich eingestuft werden, zahlreiche Maßnahmen gebe, die die Halter zu erfüllen haben. Dazu gehören die Leinenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen, Mitnahmeverbote in Kirchen, Theatern oder auf Spielplätzen und das Verbot, Tiere zur gesteigerten Aggressivität zu trainieren.

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"Tödliche Unglücksfälle mit Hunden sind schrecklich, und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen", sagte Jan Marcus Rossa (FDP). "Solche Vorfälle werden wir aber leider nicht durch eine Rasseliste verhindern können." Auch ein sogenannter Hundeführerschein, der in Niedersachsen bei der erstmaligen Anschaffung abzulegen ist, sage nur wenig über den tatsächlichen Umgang des Halters mit seinem Tier aus.

Laut Medienberichten hatte der 27-Jährige seinen Hund in der Wohnung in einen Stahlzwinger gesperrt, wenn Besuch oder die Pflegerin der Mutter kam. Das Tier galt in der Nachbarschaft als hochgradig aggressiv. Missbräuchliche Haltung? Lasse Petersdotter (Grüne) warb dafür, zunächst die Hintergründe zu klären, und machte darauf aufmerksam, dass zu den Zuchtzielen dieser Rasse Intelligenz sowie Menschen- und Kinderfreundlichkeit zählten. Während die meisten deutschen Bundesländer den Staffordshire-Terrier als gefährlich einstufen, gelte er im europäischen Ausland als Familienhund. "In Österreich wird er sogar als Rettungshund eingesetzt."

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