Krieg erzeugt Ohnmachtsgefühle

Leben in der Dauerkrise: Pandemie und plötzliche Kriegsangst bereiten viele Sorgen

Zwei Drittel der Befragten unter 30 Jahren äußern in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung große Zukunftssorgen und 71 Prozent fühlen sich einsam. Gleichzeitig ist in dieser Altersgruppe die Unterstützung der Corona-Maßnahmen am größten.

Zwei Drittel der Befragten unter 30 Jahren äußern in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung große Zukunftssorgen.

Köln. Der Krieg in der Ukraine bereitet vielen Deutschen einer Untersuchung zufolge extreme Ohnmachtsgefühle - und verstärkt damit die Zermürbung nach zwei Jahren Corona-Pandemie. Das erklärte das Kölner Rheingold-Institut am Donnerstag auf Basis tiefenpsychologischer und repräsentativer Befragungen in den vergangenen Tagen und Wochen.

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Die Bürger erlebten den russischen Angriff als plötzlichen Einbruch einer Kriegswirklichkeit mit großem Eskalationspotenzial. Die erlebte „Krisenpermanenz“, die vor allem junge Menschen als eine nicht enden wollende Dauerkrise erlebten, habe dadurch eine neue Dimension bekommen.

All das treffe zugleich auf eine Gesellschaft, in der viele Bürger jenseits der Kriegsangst nach zwei Jahren Pandemie schon zuvor zunehmend resigniert, antriebslos und entnervt reagierten hätten. Trotz absehbarer Lockerungen hätten viele den Wunsch verloren, zu ihrem früheren Leben zurückzukehren.

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Viele Menschen schraubten ihre Sehnsüchte zurück und verharrten in einer Abwarte-Haltung. „Mitunter klingen die Beschreibungen der Befragten so, als befänden sie sich in einem Zustand der Melancholie“, erklärte das Institut.

Für die Untersuchung waren im Februar - vor dem Krieg - 40 Menschen tiefenpsychologisch zu ihren Corona-Befindlichkeiten befragt worden. Hinzu kam eine bevölkerungsrepräsentative Befragung mit 1000 Menschen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurden zusätzlich 12 Menschen tiefenpsychologisch befragt.

RND/dpa

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