Auftritt bei „RND vor Ort“

Lindner beklagt Schwierigkeiten in der Koalition: „Unterstützer meiner Partei fremdeln damit“

Live bei „RND vor Ort“: Finanzminister Christian Lindner (FDP) im Talk mit Kristina Dunz, stellvertretende Leiterin des RND-Hauptstadtbüros, und Dany Schrader, HAZ-Chefredakteurin.

Live bei „RND vor Ort“: Finanzminister Christian Lindner (FDP) im Talk mit Kristina Dunz, stellvertretende Leiterin des RND-Hauptstadtbüros, und Dany Schrader, HAZ-Chefredakteurin.

Hannover. FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner hat Schwierigkeiten in der Ampelkoalition beklagt: „Ich sage ganz klar: Es ist eine sehr schwierige Konstellation. Auch viele Unterstützerinnen und Unterstützer meiner Partei fremdeln damit“, sagte Lindner beim Talk „RND vor Ort“ des RedaktionsNetzwerks Deutschland.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Jeden Tag lese man doch „auf der dpa Forderungen von SPD und Grünen: Können wir doch die Steuern erhöhen, Forderungen von SPD und Grünen: doch mehr Schulden, Forderungen von SPD und Grünen: Da könnten wir doch noch ein Verbot, da könnten wir noch ein Gesetz.“ Zur Begründung, warum die FDP in die Koalition eingetreten sei, sagte Lindner: „Weil die politischen Realitäten uns dazu veranlasst haben und um Schaden von diesem Land abzuwenden.“

Lindner betonte, es sei ganz klar: „Es ist besser, in einer Regierung dafür zu sorgen, dass das Land in der Mitte bleibt, als von außen zu beobachten, wie andere das Land nach links führen.“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Beim Talk in Hannover hat sich Lindner auch für eine angemessene Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Nachfolge für das 9-Euro-Ticket ausgesprochen. „Es muss auch eine Verbindung sein zwischen den Kosten eines Angebots und der Inanspruchnahme. Sonst provoziert man CO₂-intensive Freizeitfahrten.“

„Das wäre auch ökologisch wenig verantwortbar“, erklärte der Finanzminister. Zugleich betonte er die „Praktikabilität“ eines „bundesweit nutzbaren digital buchbaren Tickets für den Nahverkehr“.

Lindner wiederholte die Bereitschaft des Bundes, sich an einer Nachfolge mit 1,5 Milliarden Euro zu beteiligen. Seine Kritik der „Gratismentalität“ gegenüber den Befürwortern eines 9-Euro-Tickets bedauere er nicht, sagte Lindner. „Es kann nicht sein, dass die Ansprüche gegen den Staat und damit gegen die Gemeinschaft der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler immer weiter wachsen.“ Gratisangebote führten zu einer „übermäßigen Inanspruchnahme“, betonte Lindner.

Christian Lindner und Robert Habeck

Habeck gegen Lindner: die Gelb-Grün-Schwäche der Regierung

An guten Tagen sind Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner wie Hund und Katze, die schon eine Weile gemeinsam in einem Haushalt leben und gelernt haben, die Irritationen zu ignorieren, die der jeweils andere auslöst. Es gibt aber nicht so viele gute Tage. Ständig geraten die beiden Minister aneinander.

Warnung, „dass sich die Inflation aus der Verankerung lösen könnte“

Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine und der dadurch ausgelösten Energiekrise warnte Lindner davor, dass die Inflation außer Kontrolle gerät. „Meine Hauptsorge ist, dass sich die Inflation aus ihrer Verankerung lösen könnte, dass sie dauerhaft galoppiert und man sie nicht unter Kontrolle bekommt“, sagte er.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Inflation ist das größte wirtschaftliche Risiko, weil es zur Verarmung führt, verhindert, dass neu investiert wird, und weil auch der Preis nicht mehr eine Knappheit anzeigt. Deshalb ist die Bekämpfung der Inflation die große Priorität. Sie darf sich nicht aus ihrem Anker lösen“, so Lindner. Allerdings könne die Bundesregierung zielgerichtet handeln und werde das auch tun, etwa mithilfe der beschlossenen Entlastungspakete oder dem Versuch, „Zufallsgewinne“ bei Energieversorgern abzuschöpfen. Die Bürger seien nicht schutzlos.

Lindner appelliert an die Arbeitgeber von der Einmalzahlung Gebrauch zu machen

In diesem Zusammenhang appellierte Lindner an die Arbeitgeber, von der Möglichkeit einer steuer- und abgabenfreien Einmalzahlung von bis zu 3000 Euro an ihre Beschäftigten Gebrauch zu machen. „Ich hoffe, dass sehr viele Arbeitgeber die Möglichkeit nutzen“, sagte er. Eine solche Einmalzahlung könne „gerade in Zeiten steigender Preise eine wichtige Brücke sein“. Auch sei mit weiteren Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank als Gegenmittel zu rechnen.

In der Ampelkoalition beklagt der FDP-Chef derweil Schwierigkeiten: „Ich sage ganz klar: Es ist eine sehr schwierige Konstellation. Auch viele Unterstützerinnen und Unterstützer meiner Partei fremdeln damit“, sagte Lindner. Jeden Tag lese man doch „auf der dpa Forderungen von SPD und Grünen: Können wir doch die Steuern erhöhen, Forderungen von SPD und Grünen: doch mehr Schulden, Forderungen von SPD und Grünen: Da könnten wir doch noch ein Verbot, da könnten wir noch ein Gesetz.“

Hauptstadt-Radar

Persönliche Eindrücke und Hintergründe aus dem Regierungsviertel. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zur Begründung, warum die FDP in die Koalition eingetreten sei, sagte Lindner: „Weil die politischen Realitäten uns dazu veranlasst haben und um Schaden von diesem Land abzuwenden.“ Lindner betonte, es sei ganz klar: „Es ist besser, dafür zu sorgen in einer Regierung, dass das Land in der Mitte bleibt, als von außen zu beobachten, wie andere das Land nach links führen.“

Lindner will das Imkern lernen

Am Donnerstagabend ging es aber nicht nur um die harten politischen Themen – Lindner sprach auch über sein Privatleben und seine Hobbys. So verkündete er, dass er das Imkern lernen wolle. „Ich bin sehr intensiv in der Natur unterwegs, wann immer es meine Zeit erlaubt“, sagte er. Und ich überlege auch immer, etwas Neues zu lernen. Ich lerne gerne etwas. Für mich ist das eine Art intellektueller Ausgleichssport.“ Deshalb habe er einen Jagdschein, einen Fischerschein und arbeite gerade am kleinen Reitabzeichen. Lindner fügte hinzu: „Das Nächste ist: Imkern.“

Dafür habe er das Fahren von Autorennen seit längerer Zeit hintangestellt. „Die Lizenz des Rennfahrers Christian Lindner ist schon ein bisschen älter und ungenutzt“, sagte er beim Blick auf ein Foto von seiner Homepage, das ihn in Rennfahrermontur vor einem Rennauto zeigt.

Lindner verriet auch, dass ein ursprünglicher Berufswunsche als kleiner Junge „Bauer“ gewesen sei.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen