Kommentar zum Misstrauensvotum

Vertrauen auf Probe für Johnson

Graham Brady (M), Vorsitzender des zuständigen Parteiausschusses, verkündet das Ergebnis des Misstrauensvotums der konservativen Fraktion gegen den britischen Premierminister Boris Johnson.

Graham Brady (M), Vorsitzender des zuständigen Parteiausschusses, verkündet das Ergebnis des Misstrauensvotums der konservativen Fraktion gegen den britischen Premierminister Boris Johnson.

London. Dieser Montag war ein Schicksalstag für Großbritannien, Boris Johnson und die konservative Regierung. Denn obwohl er das Misstrauensvotum mit 211 zu 148 Stimmen gewonnen hat, ist völlig offen, wie lange er noch Premierminister bleibt. Schließlich ist sein Ruf durch das Votum erneut beschädigt worden und die von ihm formulierte Hoffnung, die Partygate-Affäre durch die Abstimmung endlich hinter sich zu lassen und sich auf die wichtigen Themen zu konzentrieren, unbegründet.

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Das Thema ist angesichts eines Untersuchungsausschusses, der herausfinden soll, ob er das Parlament belogen hat, schließlich noch lange nicht vom Tisch. Außerdem haben die Tories mehr als einmal klargemacht, dass sie ihn loswerden, wenn sie das wollen – so oder so. Die Konservativen sind erbarmungslos, wenn es um den Machterhalt geht.

Nach Misstrauensvotum gegen Boris Johnson: „Er liegt politisch auf dem Sterbebett“

Der britische Premierminister Boris Johnson will weitermachen. Seine Zukunft ist aber auch nach dem gewonnenen Misstrauensvotum längst nicht sicher.

Boris Johnson nur ein strategischer Premier?

Johnson wurde strategisch eingesetzt, um den Brexit durchzuboxen; und genauso strategisch wird man sich ihm auch wieder entledigen, zum Beispiel, wenn sich der richtige Nachfolger für das Amt empfiehlt, der auch Wahlen gewinnen kann. Ein Schicksalstag war das Votum aber auch, weil die konservative Partei einen entscheidenden Moment verpasst hat, um sich seiner zu entledigen.

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Denn die Stimmung war in vielen Teilen des Landes während den Feierlichkeiten anlässlich des Thronjubiläums der Queen so gut wie lange nicht. Viele Menschen wurden durch die Monarchin daran erinnert, dass es privilegierte Menschen in ihrem Land gibt, die ihr Amt durchaus ernst nehmen und es nicht missbrauchen. Hätten sich die Tories jetzt von Johnson losgesagt, wer weiß, vielleicht hätte es manchen Britinnen und Britinnen auch die Hoffnung in die Integrität von Politikerinnen und Politikern zurückgeben.

Denn diese erwarten nach Monaten, in denen Johnson die Latte für Politiker immer tiefer hängte, ohnehin nichts mehr von ihrer Regierung. Das hätte sich jetzt ändern können. Diese Chance haben sie wohl vertan, wieder einmal und vielleicht für sehr lange Zeit.

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