Krebskranker russischer Wissenschaftler

Nach Tod im Gefängnis: Gericht in Nowosibirsk lehnt Klage der Verteidigung ab

Eine Fahne der Russischen Föderation. (Symbolbild)

Eine Fahne der Russischen Föderation. (Symbolbild)

Nowosibirsk. Der Fall eines schwerkranken Wissenschaftlers, der in einem Untersuchungsgefängnis starb, hat in Russland Entsetzen ausgelöst. Nun hat ein Gericht in der sibirischen Metropole Nowosibirsk das Vorgehen der Justiz verteidigt.

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Eine Klage von den Verteidigern des Verstorbenen sei abgelehnt worden, meldete die staatliche Agentur Tass am Montag unter Berufung auf einen Anwalt.

Verhaftung im Krankenhaus

Der 54 Jahre alte Dmitri Kolker war Ende Juni wegen Verdachts auf Hochverrat festgenommen worden. Aussagen seiner Angehörigen zufolge wurde er dafür aus einem Krankenhaus geholt, in dem er wegen einer Krebs-Erkrankung im Endstadium behandelt wurde. Zwei Tage später starb er in Haft.

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Kurz nach Kolkers Tod kritisierte sein Anwalt Alexander Fedulow das Vorgehen der Behörden scharf. Dem unabhängigen Nachrichtenportal Meduza sagte er: „Was hat es für einen Sinn, einen Menschen festzunehmen, wenn man sieht, dass er stirbt?“

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„Der FSB hat meinen Vater umgebracht“

Auch Kolkers Sohn Maxim zeigte sich schockiert. Im sozialen Netzwerk VKontakte schrieb er: „Der (Geheimdienst) FSB hat meinen Vater umgebracht. (...) Ihr habt gerade mal zwei Tage gebraucht, um einen Menschen zu töten.“ Russlands Gefängnisse sind bekannt für teils schreckliche Haftbedingungen. Immer wieder kommen Insassen zu Tode.

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Maxim Kolkers Angaben zufolge lag der Verhaftung seines Vaters eine Vorlesung über Laserphysik zugrunde, die dieser einst vor chinesischen Studenten gehalten hatte. Daraufhin sei der Wissenschaftler beschuldigt worden, Staatsgeheimnisse an China verraten zu haben.

Kolkers Familie gab dagegen an, die Vorlesungsinhalte seien mit Russlands Geheimdienst abgesprochen gewesen.

RND/dpa

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