Nach Raketenbeschuss

Israel greift Hamas-Ziele im Gazastreifen an

Palästinenser begutachten die Schäden, die ein israelischer Luftangriff am frühen Morgen auf das Flüchtlingslager Maghazi im zentralen Gazastreifen verursacht hat.

Palästinenser begutachten die Schäden, die ein israelischer Luftangriff am frühen Morgen auf das Flüchtlingslager Maghazi im zentralen Gazastreifen verursacht hat.

Tel Aviv/Gaza. Israels Militär hat nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen mit Luftschlägen reagiert. Ziel sei eine von der islamistischen Hamas genutzte unterirdische Anlage zur Herstellung von Raketen im Zentrum des Gazastreifens gewesen, teilten die Streitkräfte am Freitagmorgen mit. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen wurden zwei Einrichtungen des militärischen Flügels der Hamas getroffen und schwer beschädigt. Verletzt wurde demnach niemand.

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Nur wenige Stunden vorher waren aus dem Küstenstreifen am Mittelmeer mehrere Raketen Richtung Israel abgefeuert worden. Eine davon sei über israelischem Gebiet vom Abwehrsystem Iron Dome abgefangen worden, hieß es vom dortigen Militär. Drei weitere landeten demnach noch in der palästinensischen Enklave. In mehreren Städten im Süden Israels waren Sirenen zu hören.

Kurz nach der Parlamentswahl

Der neuste Angriff ereignete sich kurz nach der Parlamentswahl in Israel, aus der rechtskonservative Langzeit-Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einiger Zeit in der Opposition wieder als Sieger hervorging. Das Thema Sicherheit hatte im Wahlkampf eine wichtige Rolle gespielt. Mit Netanjahu könnte es erstmals auch ein rechtsextremes Bündnis in die Regierung schaffen. Es wird befürchtet, dass sich der Konflikt mit den Palästinensern verschärfen könnte.

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Offiziell bekannte sich zunächst niemand zu dem Angriff. Israels Militär machte die Hamas „für alle vom Gazastreifen ausgehenden Terroraktivitäten verantwortlich“. Berichten aus dem Gazastreifen zufolge sollen die Raketen von der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad abgefeuert worden sein.

Am Donnerstag war bei einem israelischen Militäreinsatz im besetzten Westjordanland ein führendes Mitglied der Al-Kuds-Brigaden - dem militärischen Arm der extremistischen Palästinenserorganisation getötet worden. Er soll an Angriffen gegen israelische Soldaten beteiligt gewesen sein und weitere Anschläge geplant haben. Der Islamische Dschihad ist besonders im Gazastreifen aktiv und verübt von dort aus immer wieder Raketenangriffe.

Zuletzt kam es Anfang August zu einem Schlagabtausch mit dem israelischen Militär. Nach drei Tagen wurde eine Waffenruhe vereinbart. Im Gazastreifen starben mehr als 40 Menschen. Hunderte wurden verletzt. Fast täglich kommt es im Westjordanland und Ost-Jerusalem zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, Anschlägen von Palästinensern und Razzien der israelischen Armee.

RND/dpa

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