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Papst erwägt Reise nach Kiew: „Am liebsten würde ich selbst kommen“

Papst Franziskus, Oberhaupt der katholischen Kirche.

Papst Franziskus, Oberhaupt der katholischen Kirche.

Valletta. Papst Franziskus ist zu einer zweitägigen Reise im kleinsten EU-Land Malta angekommen. Während des Fluges äußerte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche auch zum russischen Krieg in der Ukraine.

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„Ich bin dafür, dass sich alle religiösen Oberhäupter zusammen für den Frieden in der Ukraine einsetzen“, sagte Papst Franziskus dem Redaktions­­Netzwerk Deutschland (RND). Er selbst habe seine „Leute nach Kiew geschickt“. Das Kirchen­ober­haupt fügte gegenüber dem RND hinzu: „Am liebsten würde ich selbst kommen.“ Der Vatikan bestätigte am Vormittag, dass eine solche Reise „auf dem Tisch“ ist.

Andreas Englisch im Gespräch mit Papst Franziskus.

Andreas Englisch im Gespräch mit Papst Franziskus.

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Der Papst reagierte damit auf eine Äußerung des Kiewer Bürger­meisters Vitali Klitschko und von dessen Bruder Wladimir, die an Franziskus appelliert hatten, sich für den Frieden einzusetzen, und ihn nach Kiew eingeladen hatten.

Nach der Landung benutzte Papst Franziskus wegen seiner gesund­heit­­lichen Probleme in den Beinen zum ersten Mal einen Fahrstuhl statt der Treppe am Flugzeug. Das Gespräch mit RND-Mitarbeiter Andreas Englisch fand im Papst­flug­zeug statt. Nie zuvor seit seiner Wahl im Jahr 2013 hatte der Papst darauf verzichten müssen, die Treppe am Flugzeug hinunter­zusteigen.

Erste Franziskus-Reise während eines Krieges in Europa

Zum ersten Mal in seiner Amtszeit muss das Kirchen­oberhaupt eine Auslandsreise absolvieren, während ein Krieg in Europa tobt. Ein gesundheitlich sichtlich angeschlagener, aber kämpferischer Papst besucht Malta.

Im Präsidenten­­palast in Valletta hielt Franziskus eine flammende Rede gegen den Krieg. Der Papst sagte: „Aber gerade aus dem Osten Europas, aus dem Orient, wo das Licht zuerst aufgeht, ist die Finsternis des Krieges gekommen. Wir dachten, dass Invasionen aus anderen Ländern, brutale Straßenkämpfe und atomare Bedrohungen dunkle Erinnerungen an eine ferne Vergangenheit sind.“

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Das Kirchenoberhaupt sprach zudem vom „frostigen Wind des Krieges, der nur Tod, Zerstörung und Hass“ mit sich bringen würde. „Während wieder einmal einige wenige Mächtige, die leider in den anachronistischen Forderungen nationalistischer Interessen gefangen sind, Konflikte provozieren und schüren“, so Franziskus, „spüren die einfachen Menschen das Bedürfnis, eine Zukunft zu gestalten, die entweder gemeinsam sein wird oder gar nicht sein wird.“

Man dürfe nicht zulassen, dass „der Traum vom Frieden verschwindet“, so der Papst. Im Zentrum des Besuchs auf Malta steht insbesondere das Thema Migration.

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