Konflikt mit China

US-Medien: Pelosi-Besuch in Taiwan „erwartet“ – Diplomatin setzt Asien-Reise fort

Auf diesem vom Ministerium für Kommunikation und Information in Singapur zur Verfügung gestellten Foto schütteln sich Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, und Lee Hsien Loong, Premierminister von Singapur, im Istana die Hände.

Auf diesem vom Ministerium für Kommunikation und Information in Singapur zur Verfügung gestellten Foto schütteln sich Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, und Lee Hsien Loong, Premierminister von Singapur, im Istana die Hände.

Peking/Singapur. Vor dem Hintergrund der Spannungen mit China wegen eines möglichen Taiwan-Besuchs setzt die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Dienstag ihre Asienreise fort. Einen genauen Reiseplan veröffentlichte die 82-Jährige nicht. Die Spitzenpolitikerin hatte ihre Reise am Montag in Singapur begonnen. Weitere angekündigte Stationen sind Malaysia, Japan und Südkorea. Offen blieb weiterhin, ob Pelosi trotz Warnungen aus China auch nach Taiwan reisen würde.

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Pelosi beginnt Asienreise - China warnt vor Besuch in Taiwan

Zu Beginn ihrer Reise traf sich Pelosi in Singapur unter anderem mit Ministerpräsident Lee. Daneben sind noch Besuche in Malaysia, Südkorea und Japan geplant.

Der US-Sender CNN berichtet unter Berufung auf einen taiwanischen und einen amerikanischen Regierungsbeamten, ein Besuch Pelosis in Taiwan werde „erwartet“. Das Pentagon beobachte chinesische Bewegungen und arbeite „rund um die Uhr“ an Plänen für die Sicherheit der Diplomatin. Die drei größten taiwanischen Zeitungen „United Daily News“, „Liberty Times“ und „China Times“ berichteten aber unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen, Pelosi werde am Dienstagabend (Ortszeit) in Taipeh von Malaysia kommend eintreffen und dort die Nacht verbringen.

„Wer mit dem Feuer spielt, wird darin umkommen“

Peking hatte den USA für diesen Fall mit Konsequenzen gedroht. Außenamtssprecher Zhao Lijian sagte, falls die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses Taiwan besuche, werde das „ernste Konsequenzen“ und „resolute und starke Maßnahmen“ Chinas zur Folge haben, „seine Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen“. Peking betrachtet Taiwan als Teil Chinas; einen Besuch Pelosis - der ranghöchste aus den USA seit 1997 - würde es als Ermutigung Taipehs sehen, die seit Jahrzehnten bestehende De-facto-Unabhängigkeit Taiwans permanent zu machen.

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07.10.2021, Taiwan, Taipeh: Ein Militärhubschrauber zieht eine riesige Taiwan-Fahne hinter sich her und fliegt vor den Feierlichkeiten des Nationalfeiertag am Hochhaus «Taipei 101» vorbei. Die militärischen Bedrohungen von China nehmen zu. China hat eine Rekordzahl ihrer Militärjets in Taiwans Identifikationszone für die Luftverteidigung (ADIZ) geschickt, während das Land bessere Beziehungen zu den USA, Australien, Japan und weiteren europäischen Ländern, wie Litauen, Polen und der Tschechischen Republik, aufbaut. Foto: Daniel Ceng Shou-Yi/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Krieg um Taiwan? Zehn Fragen und Antworten

„Wer mit dem Feuer spielt, kommt darin um“, warnt Chinas Präsident Xi Jinping seinen amerikanischen Amtskollegen Joe Biden. Ist das nur Säbelrasseln - oder wächst im Konflikt um Taiwan die reale Kriegsgefahr? Zehn Fragen und Antworten zur angespannten Lage im Südchinesischen Meer.

„Wer mit dem Feuer spielt, wird darin umkommen“, warnte Zhao, ein Zitat des chinesischen Staatschefs Xi Jinping aus einem kürzlichen Telefonat mit US Präsident Joe Biden aufgreifend. Peking sei auf „jede Eventualität“ vorbereitet und seine Streitkräfte würden „nicht tatenlos zusehen“.

Zwar steht das demokratische Taiwan nicht auf dem offiziellen Reiseplan, doch befürchtet Peking, dass sich Pelosi über die Warnungen hinwegsetzen könnte. Die US-Demokratin hat schon länger vor, Taiwan zu besuchen, um damit ein Zeichen gegen die Drohungen aus Peking zu setzen. Chinas kommunistische Führung betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik und lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh entschieden ab.

Hingegen versteht sich das 23 Millionen Einwohner zählende Taiwan seit langem als unabhängig. Eine Visite der Nummer Drei der USA wäre der ranghöchste US-Besuch in Taipeh seit Jahrzehnten.

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RND/dpa/AP/hyd

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