Flüchtlingskrise

Politik fordert Konsequenzen in Boostedt

Foto: Hartmut König, Bürgermeister von Boostedt (CDU), vor der Landesunterkunft, in der zurzeit 1200 Migranten leben.

Hartmut König, Bürgermeister von Boostedt (CDU), vor der Landesunterkunft, in der zurzeit 1200 Migranten leben.

Boostedt. Hartmut König hatte gegenüber den "Kieler Nachrichten" über gravierende Probleme mit Flüchtlingen in der Landesunterkunft in Boostedt (LUK) gesprochen. Viele Boostedter, die gestern in der Redaktion anriefen, bestätigten die Aussagen.

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Erschütternder Bericht aus Boostedt

"Wo viele Menschen ohne irgendwelche Perspektiven sind, ohne etwas zu tun, herrscht Explosionsgefahr", bekräftigte König. Tobias Koch, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, spricht von einem "erschütternden Bericht". Der mache deutlich, dass Asylverfahren und Rückführungen weiter beschleunigt werden müssen.

Koch drängt auf rasche Konsequenzen: "Angesichts der Alkohol-, Lärm- und Müllproblematik sollten wir prüfen, anstelle von Taschengeld ausschließlich Sachleistungen zu gewähren." Zudem will er, dass die Polizei künftig 24 Stunden in der LUK präsent ist.

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Nicht länger die Augen verschließen

Der FDP-Landtagsabgeordnete Jan Marcus Rossa erklärt: "Wir dürfen nicht länger die Augen davor verschließen, dass die Unterbringung von Flüchtlingen mit hohen Belastungen auch für die Bürger vor Ort verbunden ist." FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki sagt: "Wir brauchen dort mehr Sozialarbeiter, die den Menschen erklären, dass man einer Frau mit Kinderwagen auf dem Fußweg ausweicht und sie nicht zwingt, auf die Fahrbahn zu gehen. Das geht zunächst mit Ansprache, dann aber möglicherweise mit Taschengeldentzug." Dass König "ein offenes Wort spricht, entzieht den rechten Hetzgruppen den Boden", so Kubicki.

Lesen Sie auch:Ungebetene Gäste im Carport und Strandkorb in Boostedt

Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) fordert die Landesregierung auf, die ab November 2019 geplante Begrenzung der Kapazität in Boostedt auf 500 Plätze schon jetzt umzusetzen. Derzeit leben rund 1200 Migranten in der Unterkunft, mehr als 800 haben keine Bleibeperspektive. Aminata Touré (Grüne) plädiert dafür, diese Migranten dezentral unterzubringen. Das Leben in einer Landesunterkunft verursache Frustration. Der Zuwanderungsbeauftragte des Landes, Stefan Schmidt, wandte sich gegen eine "Kasernierung" ausreisepflichtiger Asylbewerber. Claus Schaffer (AfD) spricht von einem Skandal: "Für die Zustände in Boostedt tragen Ministerpräsident Daniel Günther und Innenminister Hans-Joachim Grote die Verantwortung."

Geerdts will mit König im Austausch bleiben

Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts sagte, man nehme die Sorgen der Bürger ernst und tue, was man könne. Er kündigte an, mit König in engem Austausch zu bleiben.

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