Republikaner verharmlosen Sturm auf Kapitol als eher nicht gewalttätig

6. Januar 2021: Ein Unterstützer von US-Präsident Trump steht auf dem Gang vor der Senatskammer im US-Kapitol und diskutiert mit einem Polizisten des Kapitols.

6. Januar 2021: Ein Unterstützer von US-Präsident Trump steht auf dem Gang vor der Senatskammer im US-Kapitol und diskutiert mit einem Polizisten des Kapitols.

Washington. Ein Jahr nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington beurteilen nur etwa 40 Prozent der Anhänger der republikanischen Partei die Angriffe als gewalttätig. Das ging aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP mit dem Umfrageinstitut Norc hervor. Danach beschreiben etwa drei von zehn Republikanern die Zwischenfälle als nicht gewalttätig, drei von zehn sahen nur wenig Gewalt.

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US-Amerikaner bewerten Angriff durch Trump-Anhänger anders

Bei dem Sturm auf das Kapitol wurden am 6. Januar mehr als 100 Beamte verletzt. Videoaufnahmen zeigen, wie Randalierer mit Fahnenstangen und Feuerlöschern auf die Beamten einschlugen und sogar einen Polizisten zwischen Türen einklemmten, während er um sein Leben flehte. Andere Beamte wurden mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Die Amerikaner insgesamt bewerten die Angriffe durch Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump denn auch anders: Zwei Drittel der Befragten sprachen von großer oder extremer Gewalt, unter den Anhängern der Demokratischen Partei waren es sogar neun von zehn Befragten.

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Trump und seine Verbündete im Kongress und in den konservativen Medien spielen den 6. Januar seit damals herunter und sprechen eher von einer Art ziviler Unruhe. Viele Anhänger der Republikaner teilen diese Ansicht, obwohl nur wenige die Randalierer in Schutz nehmen wollen. „Meines Erachtens war das meiste ziemlich friedlich“, sagte Paul Bender aus Cleveland, der sich als konservativ beschreibt, der AP. Einige Teilnehmer des Protests seien sicher nicht friedlich gewesen, aber von offener Gewalt sei ihm nichts bekannt.

Über die Hälfte der Amerikaner sehen Trump in der Verantwortung

Inzwischen ist der Anteil der Amerikaner, die Trump für die Unruhen vom 6. Januar verantwortlich machen, im vergangenen Jahr leicht gestiegen: 57 Prozent sagten, er trage eine erhebliche Verantwortung für das Geschehen. In einer AP-Norc-Umfrage, die in den Tagen nach dem Angriff durchgeführt wurde, sagten dies 50 Prozent der Befragten. Der Anstieg war auch unter den Anhängern der Republikaner zu beobachten, auch wenn nur relativ wenige der Meinung waren, dass Trump eine wesentliche Verantwortung trägt. 22 Prozent sagten das jetzt, im Vergleich zu elf Prozent im vergangenen Jahr. 60 Prozent sagten, er trage wenig bis keine Verantwortung. Die Fehlerquote der Umfrage, für die Anfang Dezember gut 1000 Menschen befragt wurden, wurde mit plus/minus 4,1 Prozent angegeben.

Trump warb für die Kundgebung am 6. Januar, die dem Angriff vorausging, und sagte voraus, dass es „wild“ werden würde. In einer Rede an diesem Tag forderte er seine Anhänger auf, „wie der Teufel zu kämpfen“, während der Kongress zusammentrat, um des Wahlsieg von Joe Biden zu bestätigen. Der Angriff stoppte das Verfahren für einige Stunden, als Randalierer das Gebäude besetzten.

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RND/AP

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