Tausende protestieren bei IAA: Klima­aktivisten kritisieren Greenwashing der Auto­konzerne

Die Polizei geht in den „Sand im Getriebe“-Block der IAA Demo, nachdem zwei Personen auf einen Baum an der Strecke kletterten.

Die Polizei geht in den „Sand im Getriebe“-Block der IAA Demo, nachdem zwei Personen auf einen Baum an der Strecke kletterten.

München. Behelmte Polizei­kräfte stehen Demonstrantinnen und Demonstranten in weißen Staubschutz­anzügen gegenüber. Mit Schlag­stöcken treibt die Polizei die Menschen­massen zusammen, verletzte Aktivistinnen und Aktivisten waschen sich Pfeffer­spray aus den Augen. „Wir sind friedlich, was seid ihr?“, schlägt es den Einsatz­kräften entgegen.

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Bei einer Demonstration von Umwelt­schützern gegen die Internationale Automobil­-Ausstellung (IAA) in München kam es am Samstag zu chaotischen Szenen. Folgt man der Inszenierung der Aussteller auf der Auto­messe, gäbe es gar keinen Anlass zum Protest. Nachhaltigkeit ist dort im Trend: Neben SUV finden sich auf dem Messe­gelände und den Open Spaces in der Münchener Innenstadt Lasten­räder und Elektro­motoren. Um die Autos der Zukunft und urbane Mobilität solle es gehen, wirbt die IAA.

Klima­schützerinnen und -schützer kritisieren diese Selbst­darstellung. „Verschiedene Auto­konzerne, die uns seit Jahren gegen die Wand der Klima­krise fahren, versuchen sich zu greenwashen. Das werden wir nicht zulassen“, sagt Ronja Weil, Sprecherin des Aktions­bündnisses Sand im Getriebe. Deswegen planten sie groß­flächige Blockaden.

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Umweltschutz­verbände sowie Klima­aktivisten und -aktivistinnen hatten in den vergangenen Tagen zu Protesten und Störaktionen rund um die IAA in München aufgerufen. An den Groß­demonstrationen am Samstag beteiligten sich laut Veranstalter bis zu 25.000 Menschen. Bereits am Dienstag hatten sich Aktivistinnen und Aktivisten von Autobahn­brücken abgeseilt, um den Verkehr rund um die bayrischen Haupt­stadt zu blockieren.

Polizei setzt gezielt Pfeffer­spray ein

Gruppierungen aus dem links­autonomen Spektrum hatten für Freitag groß­flächige Blockade­aktionen im Umkreis der IAA-Ausstellungs­flächen angekündigt. Unter Einsatz von Pfeffer­spray unterband die Polizei schon am Freitag­morgen die ersten Protest­züge. Während der Demonstration besetzten Aktivistinnen und Aktivisten ein Haus in der Innen­stadt, entrollten Banner und zündeten Pyro­technik.

Der bayerische Innen­minister Joachim Herrmann (CSU) kündigte schon im Vorfeld ein striktes Vorgehen der Polizei an. Rund um die Auto­messe seien bis zu 4500 Polizei­beamtinnen und -beamte im Einsatz. „Stör- oder Blockade­aktionen sowie gewalt­tätige Handlungen werden wir keines­falls tolerieren und früh­zeitig konsequent einschreiten“, so der Innen­minister.

Zu gewalt­tätigen Handlungen kommt es bei der Demonstration am Samstag trotzdem. In einem Video ist zu sehen, wie ein Polizei­beamter Pfeffer­spray gezielt gegen einen Journalisten einsetzt. Ohne Rück­sicht auf am Boden liegende Verletzte drängen Einsatz­kräfte Demonstrierende weiter zur Seite.

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Der Auslöser: Einzelne Demo­teilnehmende besetzen Bäume, um ein Banner aufzuhängen. Polizei­sprecher Andreas Franken räumte verschiedenen Medien gegenüber ein, dass die Polizei sich sofort zurück­gezogen habe, wenn klar gewesen sei, dass die Aktivistinnen und Aktivisten nur ein Transparent aufhängen wollten.

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