Trumps Angst vor „undichten Stellen“

Ex-Sprecherin berichtet von Geheimtreffen vor Kapitol-Sturm

Donald Trump, damals Präsident der USA, steht bei der Verleihung der „Presidential Medal of Freedom" im Oval Office des Weißen Hauses. (Archivbild)

Donald Trump, damals Präsident der USA, steht bei der Verleihung der „Presidential Medal of Freedom" im Oval Office des Weißen Hauses. (Archivbild)

Washington. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben der früheren Pressesprecherin des Weißen Hauses vor der Erstürmung des US-Kapitols Geheimtreffen abgehalten. Es habe Treffen in den Wohnräumen des Präsidenten im Weißen Haus gegeben, sagte Stephanie Grisham am Freitag dem Sender CNN.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Grisham hat dies auch dem Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Attacke am 6. Januar 2021 mitgeteilt. „Ich habe keinen Einblick in das, was dort besprochen wurde“, sagte Grisham. Aber sie gehe davon aus, dass neben den juristischen Beratern Trumps auch der damalige Stabschef Mark Meadows anwesend gewesen sei.

Trump habe oft Treffen in den Wohnräumen abgehalten, weil er Angst vor „undichten Stellen“ im Weißen Haus gehabt habe, so Grisham. Ein „sehr, sehr kleiner Kreis“ sei bei solchen Gesprächen dabei gewesen. Auch Trumps Ehefrau Melania habe häufig an derartigen Treffen teilgenommen. „Sie wusste wahrscheinlich auch, was vor sich ging“, so Grisham. Die frühere Pressesprecherin geht davon aus, dass es weitere Details zu den Treffen in Dokumenten des Weißen Hauses gibt. Trump hatte im Streit um die Herausgabe solcher Unterlagen gerade erst eine Niederlage vor dem Obersten Gericht erlitten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

War Ivanka Trump die „Stimme der Vernunft“?

Mit Blick auf Trumps Tochter Ivanka sagte Grisham: „Ich kann sagen, dass Ivanka oft die Stimme der Vernunft war.“ Der Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Attacke möchte auch sie als Zeugin befragen und erhofft sich Informationen zu den Vorgängen und Gesprächen im Weißen Haus rund um den Angriff auf den Sitz des US-Kongresses.

Sie wisse nicht, welche Rolle Ivanka Trump, die zu dem Zeitpunkt eine ranghohe Beraterin ihres Vaters war, rund um den 6. Januar gespielt habe, sagte Grisham weiter. „Ich kann sagen, dass Mitarbeiter (...) oft zu ihr gingen, wenn sie in einer brenzligen Situation waren.“ Diese hätten Ivanka Trump dann gebeten, mit ihrem Vater darüber zu sprechen.

Grisham war von 2017 bis 2019 Pressesprecherin der ehemaligen Präsidentengattin, bevor sie rund neun Monate lang die Posten der Pressesprecherin und der Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses übernahm. Danach wurde sie erneut Sprecherin und zeitweise Stabschefin von Melania Trump. Sie hat jüngst ein Buch über ihre Zeit im Weißen Haus veröffentlicht.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken