Kommentar

Noch ist in der Ukraine kein Frieden in Sicht

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Rande der Verhandlungen in Istanbul.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Rande der Verhandlungen in Istanbul.

Berlin. In der Türkei wird jetzt wieder verhandelt. Russen und Ukrainer sprechen darüber, wie aus dem Krieg ein Frieden werden kann – oder zumindest eine Waffenruhe. Dass es dahin kommt, ist eher unwahrscheinlich. Dies beginnt mit atmosphärischen Fragen und dem Verdacht, bei vergangenen Treffen könnten Teilnehmer vergiftet worden sein. So riet der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba soeben den Mitgliedern der eigenen Delegation: „Nichts trinken, nichts essen und keine Oberflächen berühren.“ Wie sollen da um Himmels Willen Gespräche gelingen?

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Ernsthafte Verhandlungen dürften ohnehin erst stattfinden, wenn Russland seine militärischen Minimalziele erreicht hat: die vollständige militärische Kontrolle über den Osten sowie den Süden und damit den Zugang zum Schwarzen Meer. Letzteres wiederum wäre für die Ukraine unannehmbar, weil es sie von einer Lebensader abschneiden würde.

Mindestmaß an Vertrauen ist nötig

Völlig ungeklärt ist, was Neutralität für das angegriffene Land konkret bedeuten würde, wer sie also absicherte und wie viel Selbstbestimmung es dabei noch genösse. Und schließlich besteht die Ukraine darauf, dass Verabredungen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin direkt getroffen werden müssten. Dabei hatte Putin den Kollegen im Präsidentenamt doch stürzen wollen. Immerhin: Von der Einnahme Kiews ist Russland wohl abgerückt.

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Abgesehen davon, dass es für Frieden ein Mindestmaß an Vertrauen braucht: Die Hürden sind verdammt hoch. Vieles spricht deshalb für einen monate-, wenn nicht gar jahrelangen Krieg sowie einen „frozen conflict“, von denen es im russischen Machtbereich einige gibt und der in Erschöpfung endet. Die Rumpf-Ukraine wird dabei nicht sterben. Doch sie wird auch nicht wirklich leben können.

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