Wohnflächenkonsum

Union kritisiert Geywitz-Vorstoß zur Klima-Debatte über Wohnfläche

Bundesbauministerin Klara Geywitz (Archivbild)

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Berlin. Bundesbauministerin Klara Geywitz will mit Blick auf den Klimaschutz auch über die Größe von Wohnungen sprechen - und stößt damit auf scharfe Kritik der Union.

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„Anstatt neue Klimasozialismus-Ideen zu verbreiten, sollte sich die Ministerin um ihre eigenen Baustellen kümmern“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der „Bild“-Zeitung. „Sie sollte dafür sorgen, dass die versprochenen 400.000 Wohnungen gebaut werden.“ Die Zukunft des klimabewussten Wohnens hänge vom Energiebedarf und der Energieerzeugung ab und nicht von der Pro-Kopf-Wohnfläche, sagte Dobrindt.

Geywitz hatte am Mittwoch ein Aufholprogramm vorgelegt, weil im Gebäudebereich im vergangenen Jahr das gesetzliche Klimaschutzziel verfehlt worden war. Bei der Vorstellung regte die SPD-Politikerin auch eine gesellschaftliche Diskussion über Wohnflächenkonsum an. Es gehe nicht nur um die Frage, „was hat mein Essverhalten mit dem Klima zu tun, oder mein Verkehrsverhalten“. Sondern auch darum zu verstehen, „dass individuell Wohnen etwas mit dem Klima zu tun hat - weil wir natürlich sämtliche Effizienzgewinne der letzten Jahre auffressen dadurch, dass die Wohnfläche pro Person immer mehr steigt.“

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Kritik der Union

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), sagte „Bild“: „Bei mir schrillen alle Alarmglocken, wenn die Bauministerin das individuelle Wohnen regulieren will.“ Es sei geradezu absurd, die Herausforderungen der Zukunft mit „erhobenem Zeigefinger“ und „planwirtschaftlichen Rezepten“ meistern zu wollen.

Der Vorsitzende der Koalitionsfraktion FDP, Christian Dürr, sagte „Bild“, er halte nichts davon, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu wohnen hätten. „Das Konzept geht auch nicht auf: Eine unsanierte kleine Altbauwohnung in Prenzlauer Berg kann klimaschädlicher sein als ein großer Neubau auf dem Land. Das Klima interessiert sich nicht dafür, wie groß die Fläche ist, auf der jemand wohnt, sondern wie viel CO2 ausgestoßen wird.“

RND/dpa

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