Um erneuten Wahlsieg zu verhindern

US-Wahlen 2024: Anti-Trump-Republikaner bereiten sich auf Kandidatur vor

Für die US-Präsidentschaftswahl könnten mehrere Anti-Trump-Republikaner ihren Hut in den Ring werfen. Ziel ist nicht unbedingt ein Wahlsieg im Jahr 2024, sondern vor allem, eine erneute Kandidatur des ehemaligen Präsidenten Donald Trump zu verhindern (Archivbild).

Für die US-Präsidentschaftswahl könnten mehrere Anti-Trump-Republikaner ihren Hut in den Ring werfen. Ziel ist nicht unbedingt ein Wahlsieg im Jahr 2024, sondern vor allem, eine erneute Kandidatur des ehemaligen Präsidenten Donald Trump zu verhindern (Archivbild).

New York. Marylands Gouverneur Larry Hogan plant Besuche in Iowa und New Hampshire - jene US-Staaten, die alle vier Jahre den Vorwahlreigen zur Präsidentschaft eröffnen. Der Kongressabgeordnete Adam Kinzinger aus Illinois denkt darüber nach, was ungefähr der beste Zeitpunkt für die potenzielle Bekanntgabe seiner Kandidatur wäre. Und Verbündete von Liz Cheney preisen offen die Chancen der Abgeordneten aus Wyoming für einen Einzug ins Weiße Haus an.

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Es sind noch mehr als zwei Jahre bis zur nächsten Präsidentschaftswahl, aber unter mindestens drei scharfen republikanischen Kritikern von Donald Trump scheint bereits so etwas wie eine Schattenvorwahl zu beginnen - um zu entscheiden, wer am besten geeignet ist, 2024 die Anti-Trump-Schiene zu besetzen. Dass sie anscheinend bereit sind, bei der parteiinternen Kandidatenkür auch dann anzutreten, wenn Trump es tut - was die meisten erwarten -, unterscheidet sich von vorausgegangenen Jahren, als keine republikanischen Amtsträger willens waren, den damaligen Präsidenten herauszufordern.

Diesmal lautet die Frage nicht mehr, ob sich einer von Trumps prominentesten republikanischen Kritikern bewirbt, sondern wie viele von ihnen einen Wahlkampf beginnen. Leute im Umfeld von Cheney, Hogan und Kinzinger erwarten, dass mindestens einer von ihnen nach den Kongresswahlen 2022 in den Ring steigt.

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Siegt der Wahl nicht das Ziel

Dabei würde es nicht zwangsläufig das Ziel sein, die Präsidentschaft zu gewinnen. Allem voran gilt es zu verhindern, dass Trump ins Weiße Haus zurückkehrt. 2020 hatten Trump-Verbündete dafür gesorgt, dass das Feld von vornherein für seine Kandidatur frei war; ja, sie überredeten sogar einige US-Staaten dazu, ganz auf Vorwahlen zu verzichten.

„Es ist als Option da, aber nicht unbedingt deshalb, weil es irgendein großer Plan ist, um ins Weiße Haus zu können“, sagte Kinzinger der Nachrichtenagentur AP über seine etwaigen Absichten. Es gehe um die Frage, ob es bei den Republikanern im Wahlkampf eine Stimme geben werde, die „die Wichtigkeit der Verteidigung dieses Landes und der Demokratie und dessen, was Amerika im Kern ist“, vertrete. Er sei sich sicher, dass es „innerhalb des nächsten Jahres oder so“ nötig sein werde, sich zu entscheiden.

Die republikanischen Vorwähler werden möglicherweise eine ganze Reihe von Optionen haben. Mehrere frühere Trump-Loyalisten, die sich zu Ab-und-zu-Kritikern des Ex-Präsidenten entwickelt haben, scheinen ebenfalls die Nominierung als Spitzenkandidat im Blick zu haben. Dazu zählen der Ex-Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, Trumps einstiger Vizepräsident Mike Pence, Floridas Gouverneur Ron DeSantis und die ehemalige UN-Botschafterin Nikki Haley. Aber die meisten von diesen potenziellen Bewerbern haben Trump bei weitem mehr gelobt als kritisiert, und damit sind Cheney, Hogan und Kinzinger bislang die einzigen beständigen Trump-Antagonisten, die vielleicht in den Ring steigen.

Nach einer CBS-Umfrage im Februar sind sieben von zehn Republikanern dafür, dass der Ex-Präsident 2024 antritt. Als Gründe dafür gaben viele an, dass er der beste republikanische Kandidat wäre und die besten Siegeschancen hätte. Aber Kreise um Cheney, Hogan und Kinzinger pochen darauf, dass es eine bedeutende Zahl von weniger lautstarken republikanischen Wählern gebe, die es an der Zeit hielten, mit Trump abzuschließen.

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„Genug von toxischer Politik“

„Es gibt eine große und wachsende Schiene von Republikanern und Amerikanern quer durch das politische Spektrum, die genug von toxischer Politik haben und sich in eine neue Richtung bewegen wollen“, sagte Hogan der AP. Der 65-jährige Gouverneur scheidet Ende des Jahres aus dem Amt aus und kann sich kein weiteres Mal bewerben. Er hat sich bereits gegen eine ihm angetragene Senatskandidatur entschieden, sagt, dass er sich eher als Manager denn als Parlamentarier sehe.

Kinzinger zählt neben Cheney zu den zehn republikanischen Kongressabgeordneten, die für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestimmt haben. Er hat sich gegen eine erneute Kandidatur fürs Parlament im November entschieden. Nur Cheney tritt noch einmal an, aber es ist nicht sicher, ob sie überhaupt die parteiinterne Vorwahl im August gewinnt, zumal Trump extrem Stimmung gegen sie macht. Heißt es in ihrer Umgebung auch, dass sie sich auf ihre Wiederwahl konzentriere, ist es ein offenes Geheimnis, dass sie ernsthaft erwägt, sich nach der Kongresswahl um die Präsidentschaft zu bewerben.

Die 55-jährige Tochter des einstigen Vizepräsidenten Dick Cheney hat wahrscheinlich unter den drei potenziellen republikanischen Anti-Trump-Kandidaten das stärkste Profil auf nationaler Ebene. Sie baut sich ein nationales Netzwerk zum Spendensammeln auf, hat es 2021 auf stolze 7,1 Millionen Dollar (6,5 Millionen Euro) gebracht - eines der höchsten Spendenaufkommen für ein Kongressmitglied. Cheney hat in der jüngsten Zeit diverse Reden über die Zukunft der Republikanischen Partei gehalten, und damit Spekulationen über eine Kandidatur genährt.

Derweil bauen Hogan und Kinzinger politische Organisationen auf, die als Vehikel zur Förderung ihrer etwaigen Präsidentschaftsambitionen dienen könnten. Hogans Gruppe, An America United, hat angeblich Millionen Dollar auf der hohen Kante. Die Gruppe des 44-jährigen Kinzinger, Country First, verfügt nach eigenen Angaben über Zweigverbände in 38 US-Staaten und eine wachsende Spendensammelbasis. Der Oberstleutnant der US-Nationalgarde sagt, dass er notfalls sogar als Parteiloser kandidieren würde, wenn das der beste Weg wäre, Trump zu stoppen. Aber er würde es vorziehen, Republikaner zu bleiben und fähig zu sein, die Partei „zu retten“.

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RND/AP

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