Teilnehmer sprechen von „Gänsehautmoment"

Weltartenkonferenz in Panama: 60 Haiarten werden unter besonderen Schutz gestellt

Beschlagnahmte Haifischflossen werden in Doral (USA) während einer Pressekonferenz gezeigt. (Symbolbild)

Beschlagnahmte Haifischflossen werden in Doral (USA) während einer Pressekonferenz gezeigt. (Symbolbild)

Panama-Stadt. Bei der Weltartenkonferenz Cites in Panama ist ein Durchbruch beim Schutz von Haien erzielt worden. Nach langem Tauziehen wurden am Donnerstag (Ortszeit) 60 Haiarten zum ersten Mal unter internationalen Schutz gestellt. Umweltschutzorganisationen sprachen von einem Meilenstein und einem bahnbrechenden Moment für den Schutz dieser Meerestiere. Die Entscheidung muss kommende Woche noch im Plenum der Konferenz bestätigt werden.

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Seit Montag tagen in Panama die 184 Vertragsstaaten des Cites-Artenschutzübereinkommens. Ziel der Konvention ist, den internationalen Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen so zu begrenzen, dass das Überleben gefährdeter Arten gesichert ist. Der Handel wird dann strikt reguliert oder völlig verboten.

Brasilianischer Präsident Lula macht Klimaschutz zur obersten Priorität

Außerdem werde er den Klimaschutz zur obersten Priorität seiner Amtszeit machen, so der im vergangenen Monat gewählte Staatspräsident von Brasilien.

Nur noch nachhaltiger Handel für 60 Haiarten

Künftig sollen 54 Requiemhaie und sechs weitere Hammerhaie nur noch nachhaltig gehandelt werden dürfen. Bislang waren wenige Haiarten unter Cites geschützt. Haie werden wegen ihrer Flossen und ihres Fleisches gejagt und international gehandelt. Mehrere Arten sind stark gefährdet oder bereits vom Aussterben bedroht.

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„Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in den kommenden Jahrzehnten alle diese ikonischen Arten und Spitzen-Raubtiere verlieren.“

Panamas Vertreterin bei der Weltartenkonferenz

Besonders hitzig war die Diskussion um die Requiemhaie (Grundhaie), darunter der kommerziell wichtige Blauhai. „Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in den kommenden Jahrzehnten alle diese ikonischen Arten und Spitzen-Raubtiere verlieren“, sagte Panamas Vertreterin bei der Präsentation des Vorschlags.

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Nach zwei Versuchen einiger Länder, durch Abstimmung die Zahl der zu schützenden Arten zu reduzieren, setzte sich der Antrag von Panama, der Europäischen Union (EU) und einem Dutzend weiterer Länder eindeutig durch. „Vor allem gegen die Listung des Blauhais kämpften Fischereinationen wie Japan, Kanada, Indonesien oder Peru hier bis zur letzten Minute“, sagte Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt.

WWF: „Das ist eine historische Entscheidung für die Gesundheit der Meere“

Die Umweltstiftung WWF sprach von einem „Gänsehautmoment“ für Artenschützer. „Das ist eine historische Entscheidung für die Gesundheit der Meere. Denn Haie sind unverzichtbare Schlüsselarten“, sagte WWF-Expertin Heike Zidowitz. Bis zur finalen Abstimmung komme es allerdings jetzt darauf an, dass die Vertragsstaaten sich nicht noch umstimmen ließen.

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Ein weiterer Vorschlag zum Schutz von Geigenrochen soll auch noch diskutiert werden. Werde dieser ebenfalls angenommen, würden nach Angaben des Internationalen Tierschutzfonds (IFAW) fast alle Haiarten und ähnliche Fische, deren Flossen international gehandelt werden, unter der Kontrolle von Cites stehen. Derzeit sind es etwa 25 Prozent.

In Panama wird über den Schutzstatus von 600 Wildarten entschieden. Am Donnerstag wurde auch der Schutz von 120 Baumarten verbessert.

RND/dpa

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