Anwalt von Spaniens Altkönig Juan Carlos kritisiert Staatsanwaltschaft

Juan Carlos, ehemaliger König von Spanien.

Juan Carlos, ehemaliger König von Spanien.

Madrid. Der Anwalt des von Korruptionsvorwürfen schwer belasteten spanischen Altkönigs Juan Carlos hat die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stark kritisiert. Ein Rechtshilfeersuchen der spanischen Behörde an die Justiz der Schweiz enthalte „schwerwiegende Behauptungen und Anschuldigungen, die unseres Erachtens unbegründet sind und sich nicht im Geringsten rechtfertigen lassen“, hieß es in einem Brief von Anwalt Javier Sánchez-Junco, der am Freitag unter anderem der Deutschen Presse-Agentur übermittelt wurde. Dies verstoße „eindeutig gegen den Grundsatz der Unschuldsvermutung“.

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Der Anwalt des 83 Jahre alten Ex-Staatsoberhaupts reagierte damit auf Enthüllungen von Medien, die zuvor berichtet hatten, die Staatsanwaltschaft des Obersten Gerichts habe ein derartiges Ersuchen gestellt, weil sie auf Indizien für vier Straftaten gestoßen sei. Auch die Justiz der Schweiz ermittelt gegen den im Juni 2014 abgedankten Juan Carlos. Die spanische Behörde betonte auf Anfrage, es gebe noch keine endgültigen Schlussfolgerungen. Die Medienberichte dementierte sie nicht.

Der Anwalt kritisierte auch, dass das Ersuchen an die Schweiz durchgesickert sei, ohne dass es eine amtliche Mitteilung dazu gegeben habe. Dadurch werde die öffentliche Meinung in Spanien über den Ex-Monarchen und Vater von König Felipe VI. negativ beeinflusst.

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Juan Carlos lebt seit über einem Jahr im Emirat Abu Dhabi fern von Frau Sofía (82) und dem Rest der Familie im Exil. Er hatte am 3. August vorigen Jahres seine Heimat heimlich verlassen, um - wie es in einem später veröffentlichten Brief hieß - die Arbeit Felipes zu „erleichtern“. Die spanischen Behörden leiteten gegen ihn seit Juni 2020 mehrere Ermittlungen ein. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche und des Steuerbetrugs, um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien, um angeblich nicht deklarierte Spendeneinnahmen und auch um geheime Bankkonten im Ausland. Stellungnahmen der „Casa Real“ gab es dazu bisher nicht.

RND/dpa

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