„Danke schön“-Song unverhofft Sommerhit

„Ich kann es selbst immer noch nicht glauben“: Flippers-Sänger Olaf über seinen Erfolg

Der Schlagersänger Olaf Malolepski, der als Olaf der Flipper auftritt, steht im Garten seines Hauses (Archivbild).

Der Schlagersänger Olaf Malolepski, der als Olaf der Flipper auftritt, steht im Garten seines Hauses (Archivbild).

„Wir glauben’s selber kaum, 40 Jahre Die Flippers. Was wär’n wir ohne unsre Freunde, ohne euch, die lieben Fans“, heißt es in den Lyrics zu „Wir sagen danke schön“. Vor 13 Jahren wurde dieser Song erstmals von den Flippers aufgenommen. Die preisgekrönte Schlagerband („Lotusblume“, „Die rote Sonne von Barbados“) löste sich 2011 auf.

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Geblieben ist Olaf Malolepski, der als Olaf der Flipper weiter auf Solopfaden unterwegs ist – und in diesem Jahr mit seiner neuen Version des „Danke schön“-Liedes einen gigantischen Hit hingelegt hat. Ein virales Meisterstück, das noch unglaublicher erscheint als die in dem Song besungene 40-jährige Erfolgsgeschichte des Kulttrios. „Ich kann es selbst immer noch nicht glauben, wie erfolgreich dieser Song geworden ist. Wir haben den Titel 2009 zu unserem 40-jährigen Flippers-Jubiläum aufgenommen. Eigentlich wollten wir damit nur Danke sagen“, verrät der 76 Jahre alte Musiker auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).

Auftritt von Olaf Malolepski stand auf der Kippe

Er sei immer noch ergriffen, zu welch einem Hit sich das Ganze entwickelt habe. Dass Olaf sein Glück kaum in Worte fassen kann, ist angesichts des großen „Danke schön“-Hypes weit über das Schlagergenre hinaus kein Wunder. Vor allem das junge Publikum feiert ihn und seinen Song – ob bei Tiktok oder am Ballermann auf Mallorca. Im vergangenen Sommer starteten einige Fans sogar eine Onlinepetition mit dem Ziel, dass die Flippers beim Rock am Ring auftreten.

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Und beim Parookaville-Festival, eines der weltweit bekanntesten EDM-Events, stand kurzzeitig sogar Olafs Auftritt auf der Kippe, weil zu viele Menschen vor der Bühne standen. Alleine der Weg dorthin entpuppte sich für den Schlagerstar als Abenteuer. Nahezu jeder erkannte ihn und stimmte das Lied an. Alle wollten Fotos und Autogramme, wie sich der Parookaville-Chef Bernd Dirks erinnert: „Wir sind vor Olafs Auftritt mit ihm über das Gelände gegangen – für wenige Meter brauchten wir zwei Stunden. Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen.“

Auch Olaf der Flipper habe so etwas noch nie erlebt. „Nicht einmal zu unseren erfolgreichsten Flippers-Zeiten“, führt er aus und lässt seine jetzt schon legendäre Performance in Weeze Revue passieren: „Es waren wohl circa 20.000 – hauptsächlich junge – Leute vor dieser Bühne, auf der ich auftreten sollte. Alle haben getobt, als ich durch die Massen Richtung Bühne gegangen bin und später dreimal den Titel ‚Danke schön‘ gesungen habe. Für mich war das der Beweis: Musik verbindet.“

Social Media ermöglicht Flippers-Song viralen Erfolg

Doch wie wurde aus der 13 Jahre alter Schlagernummer, die damals nur eine Albumversion war, ein viraler Hit? Angefangen hat alles auf der Lieblingsinsel der Deutschen. Nur dank eines Tipps von seiner Tochter Pia Malo, die selbst als Sängerin tätig ist, wurde Olaf überhaupt auf die wachsende Begeisterung rund um den Track aufmerksam.

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„Vor über einem Jahr hat mich meine Tochter darauf hingewiesen, dass dieser Song auf Mallorca rauf- und runtergespielt wird. Ich hatte das zunächst gar nicht so wahrgenommen, bis dann der Entschluss in mir reifte, diese Welle aufzugreifen und ‚Danke schön‘ neu aufzunehmen“, erklärt der gebürtige Magdeburger.

Der entscheidende Faktor, der das Hitfass dann zum Überlaufen brachte: Social Media. Während sich die Flippers den Weg an die Chartspitze einst noch ohne Unterstützung der sozialen Netzwerke bahnen mussten, waren Tiktok und Co. maßgeblich am Durchbruch der neuen Version beteiligt. Parookaville-Boss Dirks erläutert: „Wenn man einen Post mit einem bestimmten Sound unterlegt, der oft gesehen und geteilt wird, dann bekommen das sehr viele Menschen mit. Man muss mit niemandem befreundet sein, um davon Wind zu bekommen – es geht praktisch automatisch viral. So war das auch hier bei ‚Wir sagen danke schön‘.“

„Die Flippers waren zwar extrem erfolgreich, jedoch in der allgemeinen Wahrnehmung nie die Superstars, die sie aufgrund ihrer Verdienste und ihres Erfolges hätten sein sollen.“

Ken Otremba,

Chef des Labels Telamo

Gleiches Phänomen wie „Stranger Things“ und „Bella Ciao“

Befeuert wurde dieser Schneeballeffekt zudem durch einen Remix des niedersächsischen DJ-Duos HBz, der mit dafür verantwortlich war, dass der Song in die Charts zurückkehrte. Deren Musikvideo steht derzeit bei 1,7 Millionen Klicks, auch das Original der Flippers generierte dadurch weitere Klickzahlen. Solche Phänomene seien heutzutage immer wieder zu beobachten, zum Beispiel mit Blick auf Serien, erklärt Dirks und verweist unter anderem auf das „fulminante Comeback“ des Kate-Bush-Evergreens „Running Up That Hill“, das der Netflix-Hit „Stranger Things“ möglich machte.

Auch „Bella Ciao“, ein uraltes italienisches Partisanenlied, kehrte durch die Serie „Haus des Geldes“ zurück und wurde infolgedessen von diversen Musikern gecovert. Olaf der Flipper brauchte hingegen keinen Streamingdienst, um einen Titel aus früheren Zeiten neu zu beleben. Für seinen Erfolg erntet der 76-Jährige jede Menge Gratulationen von seinen Wegbegleitern.

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Ken Otremba, seines Zeichens Chef des Labels Telamo, bei dem Olaf seit seinem Karrierestart als Solokünstler unter Vertrag ist, ließ auf RND-Nachfrage ausrichten: „Mich freut es natürlich extrem, dass gerade Olaf, der in all den Jahren weiter Musik gemacht hat, nun mit diesem Kultsong so eine breite Anerkennung erfährt. Die Flippers waren zwar extrem erfolgreich, jedoch in der allgemeinen Wahrnehmung nie die Superstars, die sie aufgrund ihrer Verdienste und ihres Erfolges hätten sein sollen.“

„Also, wenn ich mit 76 noch so die Bühne rocke, dann freue ich mich aufs Älterwerden.“

Mallorcastar Mickie Krause

Matze Knop parodiert Olaf

Der Hit „Wir sagen danke schön“ schenke Olaf dem Flipper genau diese mediale Aufmerksamkeit, Beliebtheit und Bekanntheit auch bei jungen Leuten. Bei seinem Kollegen Matze Knop ist der Hype ebenfalls angekommen, wie dieser uns bestätigt: „Olaf war und ist Unbeschwertheit pur. Ich als Suparichie weiß, wovon ich rede. Und deswegen ist Olaf bei meiner Comedytour ‚Mut zur Lücke‘ als Parodie mit dabei, er hat längst Kultstatus. Rotes Glitzersakko und Lockenstab natürlich inklusive.“ Parodiert zu werden gilt in Künstlerkreisen als große Ehre. Olaf hat es geschafft – auch weil laut Knop „die Leute in diesen verrückten Zeiten nach der guten, alten Zeit lechzen. Damals, als alles noch bunt und fröhlich war“.

„Wir sagen danke schön“ ist zeitlos, das aktuelle Programm der Flippers-Legende kommt generationsübergreifend gut an, wie er versichert: „Ich werde wirklich überall mit offenen Armen empfangen – ob im Altenwohnheim, auf meiner Tour, die noch bis zum 13.11. läuft, oder am Ballermann. Die einen feiern lauter, die anderen leiser. Das Leuchten in den Augen ist bei allen Fans da.“

Anerkennung bekam der Musiker jüngst auch von Mallorcastar Mickie Krause, der bei Instagram ein Video von Olafs gefeiertem Auftritt im Mega Park veröffentlichte und dieses mit den Worten „Also, wenn ich mit 76 noch so die Bühne rocke, dann freue ich mich aufs Älterwerden“ kommentierte.

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Neues Album geplant

Vieles deutet darauf hin, dass der Hype noch länger andauert. Die Veranstalter des Parookaville-Festivals scheinen nicht abgeneigt zu sein, im nächsten Jahr eine weitere Olaf-Party zu starten. „So viel darf ich verraten: Für 2023 werden wir uns noch etwas überlegen“, verrät Dirks.

Darüber hinaus deutet der Titel des nächsten Albums von Olaf dem Flipper darauf hin, dass die Geschichte noch nicht auserzählt ist: Es wird schlicht und einfach „Danke schön“ heißen. Und weitere Ballermannauftritte sind ebenso zu erwarten, da auf der berühmten Partymeile Mallorcas neben „Layla“ auch wieder Platz für Schlager à la „Wir sagen danke schön“ ist. „An der Platja de Palma bin ich jetzt ein Superstar“, sagt Olaf mit einem Augenzwinkern. Und nicht nur da …

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