Offener Brief deutscher Prominenter

Solidarität mit Iran-Protest: Französische Stars schneiden sich die Haare ab

Eine Demonstrantin hält Haare, die sie sich abgeschnitten hat, in der Hand.

Eine Demonstrantin hält Haare, die sie sich abgeschnitten hat, in der Hand.

Paris. Aus Protest gegen das brutale Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen regierungskritische Demonstranten haben sich rund 50 berühmte französische Schauspielerinnen und Sängerinnen Haare abgeschnitten. Auf dem am Mittwoch veröffentlichten Protestvideo blickt zunächst Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche in die Kamera, sagt „for freedom“ (für die Freiheit), schneidet sich ein Haarbüschel ab und hält es in die Kamera. Weitere Beteiligte an dem mit der Hymne „Bella Ciao“ unterlegten Video sind unter anderem Isabelle Huppert, Jane Birkin und Charlotte Gainsbourg.

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„Das iranische Volk, allen voran die Frauen, demonstrieren unter Einsatz ihres Lebens. Dieses Volk hofft nur auf den Zugang zu den grundlegendsten Freiheiten. Diese Frauen, diese Männer bitten um unsere Unterstützung“, heißt es in einem begleitenden Text zu dem Video auf dem Instagram-Account „soutienfemmesiran“. „Es ist unmöglich, diese schreckliche Unterdrückung nicht immer und immer wieder anzuprangern. Die Zahl der Toten und Verletzten geht bereits in die Dutzende, darunter auch Kinder. Die Verhaftungen erhöhen nur die Zahl der Gefangenen, die bereits illegal inhaftiert sind und allzu oft gefoltert werden“, lautet es weiter.

Auslöser der Demonstrationen ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini Mitte September. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben; die Polizei weist das zurück. Seit dem Tod der Frau demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie den Kopftuchzwang.

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Offener Brief: Prominente unterstützen Demonstrierende im Iran

Unterdessen sprechen mehr als 600 deutsche Kulturschaffende wie die Schauspielerin Iris Berben, die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und die Autorin Carolin Emcke in einem offenen Brief den Protestierenden im Iran Unterstützung aus. „Der Ruf nach einer feministischen Revolution im Iran ist laut und deutlich. Wir sehen euren couragierten Widerstand, wir hören eure entschlossenen Stimmen. Wir bewundern euren Mut und euren Widerstand“, heißt es darin. Zu den Unterzeichnern gehören auch der Schriftsteller Josef Winkler, die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann, die Schriftstellerinnen Fatma Aydemir und Theresia Enzensberger sowie der Schauspieler Ulrich Matthes und die Bildungsstätte Anne Frank.

Der Brief richte sich nicht wie bei ähnlichen Formaten üblich an die Bundesregierung oder internationale politische Institutionen, sondern an die Protestierenden selbst, erklärten die Initiatorinnen in einer Pressemitteilung. „Diese Bewegung geht von den Menschen aus, dezentral und feministisch. Deshalb war es uns wichtig, uns direkt an sie zu richten. Ihnen gilt die Solidarität, weil sie nichts haben als ihre Körper und ihre Stimmen“, erklärte die in Berlin lebende Autorin und Mitinitiatorin Asal Dardan („Betrachtungen einer Barbarin“).

„Die demonstrierenden und streikenden Menschen im Iran brauchen jetzt internationale Solidarität und mediale Aufmerksamkeit. Sie brauchen vor allem politische Unterstützung, damit ihre Stimmen gehört werden. Sie haben sehr konkrete Anliegen. Aufmerksamkeit ist ihr Schutzschild“, sagte die Autorin Sanaz Azimipour, die am Wochenende eine Demonstration mit mehreren Tausend Menschen in Berlin organisiert hatte.

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RND/dpa/seb

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