Seriencomeback nach 16 Jahren

Jochen Horst über Rolle des „Balko“: „Ich kann nicht gezielt cool spielen“

Ludger Pistor (v. l.), Tamara Romera und Jochen Horst bei den Dreharbeiten zu „Balko“.

Ludger Pistor (v. l.), Tamara Romera und Jochen Horst bei den Dreharbeiten zu „Balko“.

Herr Horst, 1995 startete die Serie „Balko“, mit der Sie bekannt wurden. Wie erklären Sie jemandem aus der heutigen Streaminggeneration, was den Reiz der Serie ausgemacht hat?

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Damals war die Erzählweise als Crime-Comedy völlig neu: Man hat versucht, Kriminalfälle leichter und unterhaltsamer zu erzählen, als das bislang üblich war. Der Krimiplot an sich trat etwas in den Hintergrund, zentral waren die beiden ermittelnden Figuren. Und im Grunde ist das auch heute wieder neu. Nehmen Sie „Tatort“ oder „Soko“ – da sind die Fälle immer im Vordergrund, aber das habe ich schon immer etwas problematisch gefunden. Ich finde es besser, wenn ich mehr über die Figuren erfahre.

Werden Sie bis heute von Fans auf die Rolle angesprochen?

Ja, sehr oft noch. Vor allem auch von Leuten, die bestimmt zehn, 20 Jahre jünger sind als ich und die in der Zeit damals Teenager waren. Da gibt es eine große Fankultur.

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Haben Sie sich die alten Folgen noch mal angeschaut?

Ich habe sie mir wieder angeschaut, als man mich fragte, ob ich das machen wollte. Ich habe gesehen, wie viel Spaß und Herzblut darin steckt, und deshalb sofort zugesagt, als das Angebot kam.

Wie war es für Sie, in der Neuauflage mitzuspielen?

Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, diese Rolle noch einmal zu übernehmen. Ich habe Balko ja im Grunde nur dreieinhalb Jahre gespielt, dann hat ein anderer Kollege die Rolle übernommen, Bruno Eyron. Ich dachte deshalb, man würde nicht auf die Idee kommen, mich zu fragen. Aber in Umfragen des Senders hat sich wohl gezeigt, dass viele Leute eher mich mit der Rolle in Verbindung bringen und als Balko wiedersehen wollen – das ist für mich natürlich ein Riesenkompliment.

Und wieso wird jetzt auf Teneriffa ermittelt statt in Dortmund?

Teneriffa klingt geheimnisvoll, es ist eine Insel, es ist Ausland, da können wir erzählerisch in ganz neue Ecken gehen. Wir hatten zwar zunächst überlegt, das Ganze wieder in Dortmund spielen zu lassen, aber das wäre eine Wiederholung von dem gewesen, was wir schon mal gemacht haben. Interessanter ist es doch, wenn man die Kulisse wechselt und Balko aus dem Polizeiberuf rausholt. Seit seinem letzten Auftritt wurde er unehrenhaft entlassen, musste sich neu orientieren. Balko nicht mehr in den Polizeidienst zu stecken war meine Idee.

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Ist Balko in den neuen Folgen immer noch so cool wie früher?

Das müssen Sie andere Leute fragen. Wenn es cool rüberkommt, ist es gut, aber ich habe mich nie an solche Vorgaben gehalten. Ich kann nicht gezielt cool spielen. Aber die Figur Balko liegt mir. Balko ist freiheitsliebend, er steht für Werte der Neunzigerjahre, für Erzählstrukturen von damals, für Action, für Räuber und Gendarm. Es gab damals ja den ‚Tatort‘ mit Schimanski und Thanner, an denen haben sich Krapp und Balko orientiert, wir haben aber noch mehr Comedy reingenommen.

Balkos Freund und Kollege Krapp wird wie damals von Ludger Pistor gespielt. Haben Sie beide gleich wieder den alten Groove gefunden?

Ja, sofort. Und das, obwohl wir uns lange nicht gesehen hatten. Wir waren immer Kollegen, die sich sehr respektiert haben, waren aber privat nicht befreundet, sondern haben die Buddies nur gespielt.

Zurzeit gibt es ein Comeback vieler TV-Klassiker. Entspringt das einem Sicherheitsbedürfnis des Publikums in unsicheren Zeiten?

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Das kann sein. Es hat schon mal so eine Phase gegeben, das war nach dem 11. September, da fing man an, sich auf alte Sachen zu konzentrieren, wieder nach hinten zu blicken. Ich finde das auch ganz gut so, man muss auch mal in den Rückspiegel schauen und gucken, was war, und dann kann man wieder nach vorne blicken – und das Publikum hat hoffentlich Spaß dabei.

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