Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Prinz Andrew, Herzog von York, wird des Missbrauchs bezichtigt.

Prinz Andrew, Herzog von York, wird des Missbrauchs bezichtigt.

New York. Der britische Prinz Andrew (61) sieht sich weiter Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt. Nun könnte ihm ein alter Deal der Klägerin Virginia Giuffre (38) mit dem Multimillionär Jeffrey Epstein (beging 2019 im Alter von 66 Jahren Suizid) helfen. Ein Zivilgericht in New York soll am Dienstag dazu eine Entscheidung treffen. Was bedeutet das für Prinz Andrew?

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Was wird Prinz Andrew vorgeworfen?

Der Sohn der britischen Königin Elizabeth II. soll vor 20 Jahren eine Frau missbraucht haben. Er hat diese Anschuldigungen stets bestritten. Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre gibt an, der inzwischen gestorbene Epstein und seine Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell (60) hätten sie als 17-Jährige zusammen mit Dutzenden anderen Minderjährigen zur Sexsklavin gemacht. In diesem Zusammenhang beschuldigt sie auch Andrew. Dessen Verteidiger wollen jedoch erreichen, dass das Verfahren beigelegt wird.

Virginia Roberts Giuffre wirft dem britischen Prinz Andrew vor, sie als Minderjährige missbraucht zu haben.

Virginia Roberts Giuffre wirft dem britischen Prinz Andrew vor, sie als Minderjährige missbraucht zu haben.

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Was haben Giuffre und Epstein vereinbart?

In dem Deal von 2009 vereinbarte Giuffre mit Epstein, „für immer“ davon abzusehen, Menschen aus Epsteins Umfeld zu beschuldigen, die als „potenzielle Angeklagte“ gelten könnten. Die Vereinbarung beziehe sich auf alles, was „seit dem Anfang der Welt bis zum Tag der Übereinkunft“ geschehen sei, heißt es in dem Dokument weiter. Virginia Roberts – Giuffres damaliger Name – erhalte dafür eine Zahlung von 500.000 Dollar (im November 2009 rund 330.000 Euro).

Was entscheidet das Zivilgericht?

Am Dienstag steht die außergerichtliche Einigung aus dem Jahr 2009 im Zentrum der Gespräche zwischen Anklage und Verteidigung. Das Zivilgericht muss nun klären, ob Giuffre durch diese Einigung mögliche Ansprüche gegen Andrew verwirkt hat. Dessen Anwälte argumentieren, dass das Abkommen von 2009 mit Epstein eine Anklage verhindere. Giuffres Anwälte halten dagegen, dass die Einigung mit Epstein keine Relevanz für einen möglichen Zivilprozess gegen Andrew habe.

Könnte Ghislaine Maxwell Prinz Andrew gefährlich werden?

In US-Medien werteten Rechtsexperten den Schuldspruch gegen Maxwell vergangene Woche als schlechtes Zeichen für Andrew. Denn die Jury fällte – wie auch im Prozess gegen den ehemaligen Filmmogul Harvey Weinstein (69) – einen Schuldspruch vor allem auf Basis von Aussagen weiblicher Opfer und nicht aufgrund eindeutiger sachlicher Beweise.

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Falls Ghislaine Maxwell gegen Prinz Andrew aussagen sollte, hätte er schlechte Karten. Der Verurteilten droht eine Haftstrafe von bis zu 65 Jahren. Ein Deal mit der Staatsanwaltschaft könnte ihre letzte Chance sein, das Gefängnis lebend zu verlassen. Doch ihr Bruder Ian Maxwell (66) ist sich sicher, dass sie gegen niemanden aussagen werde. Schon vor ihrer Verhandlung, die Ende November begonnen hatte, habe die Staatsanwaltschaft „keine Angebote für einen Vergleich gemacht oder angenommen“, sagte Ian Maxwell in einem Interview der „Sunday Times“. „Ich erwarte, dass diese Position beibehalten wird.“ Auch seine Schwester werde nicht mit der Staatsanwaltschaft kooperieren wollen, glaubt er.

Sollte Maxwell es dennoch tun, sieht es wahrscheinlich nicht nur für Prinz Andrew düster aus. Die Namen von Bill Clinton (75) und Donald Trump (75) sind in dem Zusammenhang ebenfalls bereits genannt worden. Sie sollen, wie Andrew auch, gut mit Jeffrey Epstein befreundet gewesen sein.

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Wie geht es nach der Entscheidung des Zivilgerichts weiter?

Einen Strafprozess gegen Andrew gibt es bislang in den USA nicht. Sollte der Epstein-Deal zu Andrews Gunsten ausgelegt werden, würde es wohl nicht zu einer Anklage kommen. Andernfalls ist es wahrscheinlich, dass Andrew sich in den USA vor Gericht verantworten muss.

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Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens haben Andrew und das britische Königshaus wegen der Anschuldigungen einen Rufschaden erlitten. Er steht seit Jahren wegen seiner früheren Freundschaft zu Epstein in der Kritik und hatte nach einem umstrittenen TV-Interview 2019 den Rückzug von seinen öffentlichen Aufgaben erklärt.

Warum genießt Prinz Andrew keine Immunität?

Sollte es zu einem Strafprozess kommen, hat Andrew vor Gericht auch als hochrangiger Royal keine Vorteile gegenüber Normalbürgerinnen und -bürgern. Immunität genießt nur das Staatsoberhaupt, also Königin Elizabeth II. „Staatenimmunität ist ein Konzept zum Schutz der Position von Staatsoberhäuptern, aber eben nur von Staatsoberhäuptern, nicht von den Mitgliedern ihrer Familie. (...) Andrew ist in der gleichen Position wie jeder andere britische Bürger“, erklärt Verfassungsrechtsprofessor Bob Morris der britischen Zeitung „The Sun“ schon 2019, als der Fall ins Rollen kam.

RND/nis mit dpa

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