Anfang vom Ende des Commonwealth?

Verheerende Fotos bei Karibikreise: Kolonialvergangenheit stürzt Royals in die Krise

Prinz William und Herzogin Kate bei einer Militärparade auf Jamaika.

Prinz William und Herzogin Kate bei einer Militärparade auf Jamaika.

London. Groß war am Dienstag die Erleichterung bei vielen Britinnen und Briten, als Königin Elizabeth II. tatsächlich bei der Gedenkfeier für Prinz Philip in der Kathedrale Westminster Abbey erschien. Denn in Großbritannien ist die Unterstützung für die Monarchie, vor allem aber für die Queen, nach wie vor hoch.

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Dagegen befindet sich das Commonwealth jenseits der Insel in einer Krise – und damit ausgerechnet das Herzensprojekt der Königin. Der Grund: William und Kates achttägige Karibikreise. Besonders umstritten waren die Bilder, die dabei entstanden. Da war die Szene, in der begeisterte schwarze Kinder dem weißen Paar ihre Hände entgegenstrecken – durch einen Zaun.

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Und die Fotos von Prinz William in einer strahlend weißen Uniform bei einer Militärparade, stehend in einem Land Rover. Diese Bilder sind deshalb so unpassend, betonen Fachleute, weil sie an die Ikonografie der Kolonialzeit erinnern. Eine Zeit, mit der sich viele Länder in dieser Region zunehmend kritisch auseinandersetzen. Das Urteil in den britischen Medien war dementsprechend vernichtend. „Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht sehen“, schreibt Jan Moir, eine Kolumnistin der britischen Tageszeitung „Daily Mail“, „William und Kates Karibik-Reise war ein Desaster“. Doch wie konnte es so weit kommen?

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„Die Welt ist ein anderer Ort“

Beobachtende betonen, dass das Paar eigentlich nichts anders gemacht hat als frühere Royals. Doch genau darin bestehe das Problem, betonen sie. Denn seit die Queen und Prinz Philip 1953 die gleiche Reise unternommen haben – und sogar seit ihrem letzten Besuch im Jahr 2002 – habe sich alles geändert. „Die Welt ist ein anderer Ort“, betonte Moir. In vielen Teilen der Welt, die einst von britischer Herrschaft geprägt waren, reagiere man deutlich sensibler auf die Geschichte der Sklaverei, fordere Reparationszahlungen durch den britischen Staat.

Zusätzliches Salz in die Wunden vieler Menschen in der Karibik habe der Windrush-Skandal im Jahr 2018 gestreut. Damals wurden britische Staatsbürger, die in den 70er-Jahren aus der Karibik in das Vereinigte Königreich kamen, illegal ausgewiesen. All diese Themen hätten der Herzog und die Herzogin von Cambridge mit mehr Sorgfalt behandeln sollen, sind sich britische Medien einig.

Anfang vom Ende des Commonwealth?

Was also tun? Der 39-jährige Prinz William, der seinem Vater Charles auf den Thron folgen wird, hat im Anschluss an seine Reise verlauten lassen, dass ein schlichtes „Weiter so“ für die Monarchie nicht die Lösung sein kann. Er stellte infrage, ob er und seine Frau zukünftig König und Königin des Commonwealth sein werden. „Ich weiß, dass diese Tournee die Fragen nach der Vergangenheit und der Zukunft noch schärfer in den Mittelpunkt gerückt hat. In Belize, Jamaika und auf den Bahamas ist es die Aufgabe der Menschen, über diese Zukunft zu entscheiden“, lauteten seine Worte in einer öffentlichen Kundgebung, wie sie in dieser Form nicht üblich ist. Denn eigentlich gilt das Motto, das Königin Elizabeth perfektioniert hat: „Never complain, never explain“, was bedeutet, dass „man sich niemals beschweren und niemals rechtfertigen“ soll.

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Ob die Reise tatsächlich den Anfang vom Ende des Commonwealth markiert, muss sich noch zeigen. Doch die Zeit, in der die königliche Familie in ferne Länder reist, um sich dort bejubeln zu lassen, scheint definitiv zu Ende. Darüber hinaus gab die Reise laut Beobachtern und Beobachterinnen einen weiteren Vorgeschmack auf die Zeit nach der Queen. Und diese, so sind sie sich sicher, „sieht nicht rosig aus“.

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