Energiekrise wirkt sich auf Tourismus aus

Sehenswürdigkeiten im Dunklen: Deutsche Städte sparen Strom

Die Siegessäule in Berlin wird nachts nicht mehr beleuchtet, um Strom zu sparen.

Die Siegessäule in Berlin wird nachts nicht mehr beleuchtet, um Strom zu sparen.

Berlin. Angesichts des drohenden Gasmangels und hoher Energiepreise gehen in vielen deutschen Städten zunehmend nachts die Lichter aus. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Verwaltungen großer Städte ergab, verzichten viele bereits auf die Illumination von Wahrzeichen, Denkmälern und prominenten Gebäuden wie Rathäusern, Museen und Bibliotheken. Dort, wo nachts noch alle Lichter brennen, werden derzeit fast überall Energiesparmaßnahmen geprüft.

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In dieser Woche hat Berlin öffentlichkeitswirksam die nächtliche Bestrahlung seiner Sehenswürdigkeiten abgeschaltet. Wahrzeichen wie die Siegessäule, der Berliner Dom oder der Lustgarten werden nicht mehr beleuchtet. An insgesamt 200 Objekten sollen nach und nach die Strahler abgeklemmt werden. Zudem haben auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Bundestag Stromsparen angeordnet. Die Beleuchtung am Schloss Bellevue und des Reichstagsgebäudes mit der berühmten Kuppel wurden stark reduziert.

Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten in Deutschland ohne Licht

In Leipzig werden seit dieser Woche 238 Gebäude, Plätze oder Brücken, darunter Oper, Thomaskirche und Gewandhaus nachts nicht mehr beleuchtet. Mindestens rund 170.000 Watt werden damit eingespart, teilte die Stadt auf Nachfrage mit. Auch die nächtliche Beleuchtung von Gewässern und Bäumen wurde eingestellt.

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Viele Landeshauptstädte lassen bereits ihre Rathäuser nachts im Dunkeln liegen, darunter Potsdam, Hannover, Saarbrücken, Stuttgart, Wiesbaden und München. Bremen prüft derzeit, ob es die Beleuchtung des zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Marktplatz-Ensemble mit Rathaus und Bremer Roland abschaltet. In Köln wird die Beleuchtung des Doms auf den Prüfstand gestellt, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Insgesamt werden an vielen Orten auch an Kirchen die Strahler abgestellt. Die meisten Kirchengemeinden hätten längst auf diese Weise auf die Preise reagiert, teilte etwa die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland mit.

Burgen, Münster und Türme nicht mehr beleuchtet

Das Sparen beschränkt sich aber nicht auf die Hauptstädte. In Bayern zum Beispiel werden auch die Nürnberger Kaiserburg, das Liebfrauenmünster in Ingolstadt oder der Augsburger Perlachturm nachts nicht mehr angestrahlt. In Augsburg sind auch einige Brunnen des Weltkulturerbes nicht mehr oder nur noch eingeschränkt in Betrieb.

Auch in Rostock wird die Anstrahlung von Rathaus, Stadttoren und Kirchen in den kommenden Tagen zurückgefahren. Andere Städte, darunter Kiel, Erfurt, Dresden und Hamburg, prüfen nach eigenen Angaben derzeit noch Energiesparmaßnahmen.

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Sachsen-Anhalt will Touristen-Highlights vorerst weiter beleuten

Keine Abschaltpläne haben nach eigenen Angaben die Träger von Sachsen-Anhalts Tourismusmagneten Naumburger und Merseburger Dom. Die Domstifter verweisen darauf, dass ihre Lichtanlage bereits zu einem Großteil auf energiesparsamere LED umgestellt sei. Und auch andernorts in Deutschland soll trotz aller Sparbemühungen die Beleuchtung an einigen Schlössern und Museen aus Sorge vor Einbruch und Vandalismus angeschaltet bleiben.

Die Städte und Kommunen wollen zudem nicht nur bei der Beleuchtung sparen. Vielerorts ist beschlossen oder wird geprüft, die Heizungen herunterzudrehen. In Kaiserslautern etwa soll die Innentemperatur in städtischen Schulen und öffentlichen Gebäuden von 20 auf 17 Grad herabgesenkt werden. In Hannover und Ludwigshafen wird es in Schwimm- und Sporthallen kein warmes Wasser mehr in den Duschen geben.

RND/epd

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