Manöver vor Fehmarn

10.000 russische Soldaten auf der Ostsee

Der Lenkwaffenkreuzer „Marshall Ustinov“ und der Zerstörer „Severomorsk“.

Der Lenkwaffenkreuzer „Marshall Ustinov“ und der Zerstörer „Severomorsk“.

Fehmarn. Fest steht: Russland hat damit die Nato übertrumpft, die im Juni 55 Schiffe mit 8600 Soldaten zur Übung "Baltops 2019" vor Kiel versammelt hatte. Die Kieler Bucht ist auch eines der Etappenziele der russischen Einheiten. Seit dem Wochenende verlagerte Russland den Schwerpunkt der Aktivitäten überraschend in Richtung Deutschland und Dänemark. Mehrere Verbände liefen in kurzer Folge an Rügen und Fehmarn vorbei zum Großen Belt. Auch vor der Kieler Bucht kreuzten zeitweise russische Kriegsschiffe.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Überwachung der Flottenbewegungen haben Dänemark und Schweden übernommen. Die Dänen schickten mehrere Patrouillenboote und die Marineheimwehr. Bis Mittwoch zählte die dänische Marine nach eigenen Angaben 19 russische Marineschiffe in ihren Gewässern.

Russische Schiffe: Deutsche Marine verweist auf Geheimhaltung

„All diese Fahrzeuge wurden von der dänischen Marine eskortiert, so wie es ein Standardverfahren für uns ist“, so ein Sprecher der dänischen Marine in Karup. Zwischenfälle oder Havarien gab es keine. Die deutsche Marine hat zur Beobachtung das Flottendienstboot „Oste“ in See. Für die Eskorte vor der deutschen Küste mangelt es aber an geeigneten deutschen Einheiten. Bei Fragen nach den russischen Schiffen wird im Marinekommando auf die Geheimhaltung verwiesen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dabei hat Russland einiges aufgefahren. Der Lenkwaffenkreuzer „Marshall Ustinov“, der Zerstörer „Severomorsk“ und das Atom-U-Boot „Smolensk“ sowie Korvetten modernster Bauart. Dazu gehört die aus dem Schwarzen Meer gekommene „Vasiliy Bykov“ und die neuen „Buyan M“-Korvetten mit Marschflugkörpern. Am Mittwoch folgte noch ein Fregatten-Verband. Die meisten Schiffe sammeln sich derzeit im Kattegat.

Dänemark beobachtet die russischen Einheiten

Beim Kieler Institut für Sicherheitspolitik (ISPK) geht man davon aus, dass die großen NATO-Manöver in Russland Eindruck gemacht haben. Derartige Übungen haben in der russischen Führung hohen Stellenwert, so Julian Pawlak, Project Manager vom ISPK im Baltic Sea Strategy Forum. Die Parade am Tag der russischen Marine am 28. Juli sei praktisch die einzige Möglichkeit der Marine, diese Vielzahl an Einheiten verschiedener Größenordnungen der unterschiedlichen Flotten in Ostsee zu versammeln, so Pawlak. Russlands Marine habe die Möglichkeit, die Ausweitung von Ocean Shield mit einer beträchtlichen Anzahl an Einheiten im selben Operationsgebiet von Baltops zu betreiben.

Deshalb sei es mit Sicherheit richtig, „Wachsamkeit zu zeigen“ und, so wie es Dänemark mache, die Einheiten zu beobachten. „Allerdings würde ich diesen Aktivitäten kein Bedrohungspotential im Sinne eines ’Aufmarsches vor unserer Haustür’ zuschreiben“, so Pawlak. Teil der russischen Einheiten wird vom Skagerrak aus Kurs auf die Heimathäfen im Nordmeer sowie das Mittelmeer und Syrien nehmen.

Mehr aus Schleswig-Holstein

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen