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Bauarbeiten

600 000 Badewannen Beton für die A7

Blick auf eine Baustelle auf der Autobahn A7 bei Bad Bramstedt.

Blick auf eine Baustelle auf der Autobahn A7 bei Bad Bramstedt.

Nützen/Kiel. Vier Jahre hat der Ausbau der A7 in Schleswig-Holstein gedauert und 600 Millionen Euro gekostet - jetzt können die Autos zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck auf gut 60 Kilometern in beide Richtungen auf drei Spuren fahren. Zur feierlichen Freigabe in Nützen (Kreis Segeberg) kommen am Dienstag Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, um Reden zu halten und symbolisch ein Band zu durchschneiden.

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Ein letzter kleiner Abschnitt von drei Kilometern fehlt allerdings noch bei Neumünster. Er soll im ersten Quartal des neuen Jahres fertig sein. Für den Nord-Süd-Verkehr zwischen Zentraleuropa und Skandinavien hat die Autobahn zentrale Bedeutung. In Spitzenzeiten werden in ihrem Verlauf am Hamburger Elbtunnel bis zu 150 000 Fahrzeuge gezählt - täglich.

Der Bau der A7 ist eine Materialschlacht

Der Ausbau der A7 war und ist eine Materialschlacht. 82 000 Kubikmeter Beton wurden verarbeitet, das entspricht 600 000 gefüllten Badewannen. Es wurden 33 Brücken abgerissen und durch Neubauten ersetzt. 70 Verkehrszeichenbrücken waren zu errichten und zwölf Kilometer Lärmschutzwände. Dazu kamen Wildschutzzäune von zwei Mal 59 Kilometern. 2,4 Millionen Kubikmeter Erdreich mussten bewegt werden.

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Mehr als 15 000 Ausführungspläne waren abzuarbeiten, insgesamt bis zu 1000 Menschen hatte das Baukonsortium Via Solutions Nord bei dem Vorhaben im Einsatz. Die Gesamtkosten für Bau, Erhaltung, Betrieb und Finanzierung belaufen sich auf 1,5 Milliarden Euro.

Nach 30 Jahren wieder in öffentlicher Hand

„Der Ausbau der A7 ist nicht nur wegen der weitgehenden Einhaltung des Zeitplans eine Erfolgsgeschichte“, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz der Deutschen Presse-Agentur. „Er ist es auch vor allem deshalb, weil alles unter voller Aufrechterhaltung des laufenden Verkehrs gestemmt werden musste.“ Aus Sicht von Buchholz war es wichtig und richtig, den Ausbau in öffentlich- privater Partnerschaft unter Regie der Bundesprojektgesellschaft Deges zu verwirklichen. „Damit lagen alle Bauabläufe in einer Hand.“

Das Ganze lief nach dem sogenannten Verfügbarkeitsmodell ab: Dabei übernimmt der Auftragnehmer Planungs-, Bau-, Betriebs- und Erhaltungsleistungen über einen Zeitraum von 30 Jahren. Zudem muss er mit Eigen- und Fremdkapital einen eigenen Finanzierungsbeitrag leisten. Als Gegenleistung erhält der Auftragnehmer eine leistungsabhängige Vergütung – je nach zeitlicher Verfügbarkeit der Strecke und Ausführungsqualität bei Erhalt und Betrieb. Wenn es Einschränkungen gibt, etwa durch Baustellen, kürzt der Bund seine Zahlungen. Die Erwartung, das Baukonsortium werde bei diesem Modell eine kurze Bauzeit und eine hohe Qualität anstreben, hat sich aus Sicht des Kieler Ministeriums offenkundig erfüllt. Nach etwa 30 Jahren geht die Autobahn wieder an die öffentliche Hand.

Ausbau in Hamburg im Gange

Jetzt richten sich die Blicke entlang der A7 wieder verstärkt in zwei Richtungen: Zum einen sind die Ausbauarbeiten in Hamburg noch in vollem Gange. Und weiter im Norden wartet ein weiteres Projekt, das es in sich hat. Die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg muss ersetzt werden. Hierfür tickt die Uhr unerbittlich: Die Brücke wurde 2013 schon wegen maroder Pfeiler viele Wochen für Laster gesperrt und aufwendig repariert. Spätestens 2026 muss ein Ersatzbau stehen, denn länger hält die 1972 fertiggestellte Brücke nach Experteneinschätzung den Belastungen nicht stand.

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RND/dpa

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