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Klinikum der Zukunft

820 Millionen Euro Schulden trüben Freude über UKSH-Neubau

Die Kosten für den Neubau will UKSH-Chef Jens Scholz selbst erwirtschaften – ob das Klinikum dazu in der Lage ist, muss sich erst zeigen.

Die Kosten für den Neubau will UKSH-Chef Jens Scholz selbst erwirtschaften – ob das Klinikum dazu in der Lage ist, muss sich erst zeigen.

Kiel. Die Zukunft des Universitätsklinikums sieht zwar deutlich besser aus. Aber nicht nur aus Sicht des Rechnungshofs ist das UKSH nach der Nordbank das größte Haushaltsrisiko des Landes.

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Klinikum der Zukunft: Schulden sind hoch

Wie groß das Risiko ist, zeigen vertrauliche Finanzdaten. Demnach stand das UKSH Ende 2018 bei den Banken mit etwa 820 Millionen Euro in der Kreide. Der vom Land gewährte Kreditrahmen (1,25 Milliarden Euro) ist damit schon zu gut 65 Prozent ausgeschöpft. Der Vorstandsvorsitzende des UKSH, Prof. Jens Scholz, hat in internen Gesprächen mit dem Land bereits eine Ausweitung des Kreditrahmens gefordert, erst auf 1,5 Milliarden und zuletzt offenbar auf 1,9 Milliarden Euro. Damit würde das UKSH in HSH-Regionen vorstoßen. Die HSH-Abwicklung dürfte das Land mehr als fünf Milliarden Euro kosten.

Bei einem Teil der UKSH-Schulden handelt es sich um Defizite, die seit der Zwangsfusion der Kliniken in Kiel und Lübeck 2003 aufgelaufen sind. Ende 2018 dürften es bereits rund 380 Millionen Euro sein, weil das UKSH immer noch Minus macht. Hintergrund: Das Klinikum ist laut der selbst veröffentlichten Daten seit 2017 nur in der Gewinnzone, weil beim Ergebnis (Ebita) Zinsen, Steuern und Abschreibungen nicht berücksichtigt sind. Macht man das, schreibt das UKSH rote Zahlen. Zumindest hier greift das Land seiner Tochter ein bisschen unter die Arme. Bis 2020 übernimmt das Land die Zinszahlungen für 100 Millionen Euro UKSH-Schulden.

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UKSH fordert 600 Millionen Euro für Sanierungen

Ein weiteres Problem ist die Großsanierung des UKSH. Die Kosten sollen zwar nach wie vor 520 Millionen Euro betragen, aber durch größere Nachbestellungen auf rund 780 Millionen Euro gestiegen sein. Ob das UKSH das ÖPP-Projekt, die Neubauten werden über fast 30 Jahre bewirtschaftet, wirklich aus der erhofften „Effizienzrendite“ bezahlen kann, ist offen. Prof. Scholz hat daran in einem internen Schreiben Zweifel genährt, sie jedoch in einer vertraulichen Ausschusssitzung im Juni wieder ausgeräumt.

Hinzu kommt eine lange Wunschliste des UKSH. Dem Vernehmen nach fordert das Klinikum insgesamt rund 600 Millionen Euro vom Land für Sanierung und Unterhalt alter Gebäude, die Verlegung neuer Leitungen oder einen besseren Brandschutz. Geeinigt haben sich Land und UKSH in einem ersten Schritt auf eine Landeshilfe von 400 Millionen Euro. Davon sind bereits 250 Millionen in die Finanzplanung (bis 2028) eingestellt. Über die Differenz werde man sich verständigen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) unserer Zeitung.

Das Land zeigt sich beim UKSH ansonsten nicht spendabel. Gezahlt werden Mittel für Forschung und Lehre, für Investitionen sowie ein Zuschuss für „Extremkostenpatienten“. Das große Kerngeschäft des UKSH wird also von den Krankenkassen finanziert.

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Von Ulf B. Christen

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