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Chanukka-Leuchter

Aktion „Licht zeigen“: So können Sie im Januar mitmachen

Ein Chanukka-Leuchter aus Kiel wird zum Symbol des stillen Widerstands: Wo heute der Förde-Campus steht, befand sich vor dem Krieg das Gebäude, in dem der Kieler Rabbi mit seiner Familie wohnte. Der Blick aus dem Fenster fiel auf die NSDAP-Kreiszentrale. Dieses Gebäude ist einem Bürokomplex gewichen.

Ein Chanukka-Leuchter aus Kiel wird zum Symbol des stillen Widerstands: Wo heute der Förde-Campus steht, befand sich vor dem Krieg das Gebäude, in dem der Kieler Rabbi mit seiner Familie wohnte. Der Blick aus dem Fenster fiel auf die NSDAP-Kreiszentrale. Dieses Gebäude ist einem Bürokomplex gewichen.

Kiel.Bald werden sie alle gegangen sein: die Menschen, die noch aus eigenem Erleben berichten können, wie es war im Kiel der Nazi-Zeit. Wie es mit kleinen Zeichen der Erniedrigung begann und schließlich in die Katastrophe des Holocaust mündete. Nichts hält die mahnende Erinnerung an diese finsteren Jahre lebendiger als die Schilderungen derjenigen, die sie selbst durchlitten haben. Aber was, wenn niemand von ihnen mehr da ist? Wer soll uns dann nahebringen, wie es sich anfühlt, in der eigenen Stadt quasi über Nacht zu Unerwünschten und schließlich zu Gejagten zu werden?

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Die Frau des Rabbis setzt ein mutiges Zeichen

Die Aktion „Licht zeigen“, die der Freundeskreis Yad Vashem und die Kieler Nachrichten gemeinsam gestartet haben, ist eine mögliche Antwort auf diese Frage. Es geht darum, mithilfe von Exponaten aus der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einzelne Schicksale quasi zurückzuspulen und von ihrem Ausgangspunkt aus neu zu betrachten.

In Kiel geschieht das über den Chanukka-Leuchter der Familie Posner, den Rahel Posner auf einem ikonografischen Foto verewigt hat. Ihr Mann war der letzte Kieler Rabbi vor dem 2. Weltkrieg, die Familie wohnte am Sophienblatt. Als Rahel Posner 1931 ihren Chanukka-Leuchter gut sichtbar auf der Fensterbank dieser Wohnung platziert, setzt sie ein mutiges Zeichen: gegen Unterdrückung und Ausgrenzung, für Freiheit und Frieden.

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Sie macht ein Foto von ihrem Leuchter, im Hintergrund sind am Gebäude gegenüber schon die Flaggen der Nazis zu sehen. Foto und Leuchter werden später weltberühmt, inzwischen sind sie in Yad Vashem in Jerusalem zu sehen.

Werden Sie Teil der Aktion „Licht zeigen“ – im Januar geht’s los

Das Foto des Leuchters ist zum Symbol des stillen Widerstands gegen ein mörderisches Regime geworden. In Kiel und weit darüber hinaus soll es jetzt zum sichtbaren Zeichen gegen das Vergessen und gegen die Blindheit für neue bedrohliche Signale werden. In einer Ausgabe der Kieler Nachrichten in der zweiten Januar-Hälfte wird das Foto beiliegen – darauf ein selbstklebender Sticker, der nur den Leuchter zeigt.

Die Aktion „Licht zeigen“ habender Freundeskreis Yad Vashem und die Kieler Nachrichten gemeinsam gestartet.

Die Aktion „Licht zeigen“ habender Freundeskreis Yad Vashem und die Kieler Nachrichten gemeinsam gestartet.

Jede Leserin und jeder Leser ist eingeladen, dieses Symbol gut sichtbar an eine Fensterscheibe, das Seitenfenster des Autos oder an einen anderen geeigneten Ort zu kleben und damit Teil der Aktion „Licht zeigen“ zu werden – damit niemand vergisst, was passieren kann, wenn das Licht dem Dunkel weicht.

So wird der Aufkleber aussehen

Der Aufkleber erscheint am Montag, 24. Januar, in den Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung.

Der Aufkleber erscheint am Montag, 24. Januar, in den Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung.

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OB Kämpfer: Der Chanukka-Leuchter sendet eine kostbare Botschaft

Kai Diekmann, ehemaliger Chefredakteur der „Bild“-Zeitung und Vorsitzender des Freundeskreises Yad Vashem, hält das Leuchtersymbol für extrem gut geeignet für diesen Einsatz. „Das ikonische Foto von Rahel Posner ist atemberaubend, mehr Aussagekraft als einen Chanukka-Leuchter im Vordergrund und die Nazi-Flagge dahinter kann ein Bild kaum haben“, sagt Diekmann.

Das Motiv zeige nicht nur die dunkle Seite der drohenden Nazi-Herrschaft, sondern auch das Licht und die Hoffnung, die sich vor die Bedrohung schieben. „Ich bin sehr froh, dass ,Licht zeigen’ dieses Bild mit seiner außergewöhnlichen Geschichte nun zurück nach Kiel bringt und jeder die Möglichkeit bekommt, ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen.“

Für Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sendet der Kieler Chanukka-Leuchter mit seiner Geschichte eine „kostbare Botschaft“: den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. „An die Stelle von Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit setzt Kiel Solidarität und zeigt gemeinsam Licht.“

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