Kommentar

Anne Holbach zur Insolvenz von Klinck

Foto: Anne Holbach

Anne Holbach ist Wirtschaftsredakteurin der Kieler Nachrichten.

Kiel. Es wird fleißig geföhnt, gefärbt, geschnitten. So kam die Insolvenznachricht für viele überraschend – selbst für manchen Klinck-Angestellten.

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Das Problem ist nicht, dass weniger Menschen zum Friseur gehen. Anders als im Einzelhandel gibt es auch keine Konkurrenz aus dem Internet. Es sind sinkende Umsätze bei steigenden Löhnen, die der Kieler Kette zu schaffen machen. Dass das Personal der größte Kostenfaktor ist, ist nicht zuletzt eine Folge des Mindestlohnes, der zum Glück dafür sorgt, dass Friseure mehr verdienen und Wertschätzung erfahren, als das lange Zeit der Fall war. Vielleicht hat Klinck nicht rechtzeitig reagiert und lieber dem Kunden weiter günstige Schnitte angeboten, als seine Preise zu erhöhen. Schließlich ist der Wettbewerb ums Haareschneiden hart. Die Zahl der Friseure nimmt bundesweit seit Jahren zu.

Laut Branchenkennern sind es aber vermehrt Minisalons mit keinem oder nur wenigen Angestellten, die sich durchsetzen. Und Handwerksbetriebe, die nicht auf Massenabfertigung setzen. Günstige Schnitte rechnen sich allerdings nur, wenn eine hohe Kundenzahl durchgeschleust und im Akkord geschnitten wird. Wie der Fall Klinck zeigt, ist das ein Konzept, das eine ganze Kette in Schieflage bringt, wenn nur ein kleiner Teil der Salons nicht Schritt halten kann.

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