Lübeck

Brandstifter-Prozess: Feuerwehrmann muss in die Psychiatrie

Ein Schild mit der Aufschrift «Landgericht Lübeck» hängt am Gebäude des Landgerichts. 

Ein Schild mit der Aufschrift «Landgericht Lübeck» hängt am Gebäude des Landgerichts.

Lübeck. Erst gab es Streit, dann gingen im Kreis Herzogtum Lauenburg Ställe, Scheunen und Strohmieten in Flammen auf. Wegen insgesamt elf Brandstiftungen zwischen November 2018 und Juni 2019 hat das Landgericht Lübeck am Montag einen ehemaligen Feuerwehrmann aus Sierksrade im Kreis Herzogtum Lauenburg zu acht Jahren Haft verurteilt.

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„Der Angeklagte hat über Monate in seiner Umgebung Angst und Schrecken verbreitet“, sagte Richterin Helga von Lukovicz. Weil der heute 52 Jahre alten Mann nach Aussage eines Sachverständigen psychisch krank ist und von ihm weitere Brandstiftungen zu erwarten sind, ordnete das Gericht zudem die Unterbringung des 52-Jährigen in einer psychiatrischen Klinik an.

Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die zehn Jahre Haft und die Unterbringung in der Psychiatrie gefordert hatte. Verteidiger Arne Timmermann dagegen hielt nur zwei der Taten für bewiesen und hatte drei Jahre Haft gefordert. Er kündigte nach dem Urteil an, einen Revisionsantrag zu prüfen.

Angeklagter zeigt keine Emotionen

Der Angeklagte selbst zeigte während der Urteilsverkündung keine Emotionen. Stumm starrte der etwas schlaksig wirkende Mann vor sich hin. Er hatte während der gesamten Verhandlung geschwiegen.

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„Bei unserem Urteil haben wir uns im Wesentlichen auf die Standortdaten des Handys gestützt, das der Angeklagte bei sich hatte“, sagte von Lukovicz. Immer, wenn es gebrannt habe, sei das Mobiltelefon in einer Funkzelle in der Nähe des Brandorts eingeloggt gewesen.

Auch Zeugenaussagen hätten den 52-Jährigen überführt, sagte die Richterin. „Eine Zeugin hat ausgesagt, dass er kurz vor dem ersten Feuer in einem Telefonat mit einer Bekannten sagte, es müsse in der Gegend öfter brennen, damit die Menschen sähen, wie wichtig die Feuerwehr sei.“

Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sierksrade

Der Angeklagte war seit Mai 2017 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sierksrade. Im November 2018 kam es zu einem Streit mit seinem Wehrführer. „Er wollte unbedingt mit zu einem Einsatz fahren, obwohl er Bier getrunken hatte. Über das Verbot hat er sich ziemlich aufgeregt“, hatte der Wehrführer an einem früheren Verhandlungstag ausgesagt. Wenige Stunden später brannte es auf einem Hof in Duvensee.

In den folgenden Monaten gingen im weiteren Umkreis immer wieder Strohlager, Schuppen und Stallungen in Flammen auf. Menschen wurden nicht verletzt. Doch in einem Stall in Mühlenrade verendeten 30 Rinder. Insgesamt entstand laut Anklage ein Schaden von rund zwei Millionen Euro.

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1998 schon einmal wegen Brandstiftung verurteilt

Ein psychiatrischer Gutachter hatte die geringe Frustrationstoleranz des Angeklagten als Motiv für die Taten genannt. Die Brandlegungen hätten ihm ein Gefühl von Macht gegeben. Der Angeklagte war 1998 schon einmal wegen Brandstiftung verurteilt worden. Auch damals sei der Tat ein Streit vorausgegangen, sagte die Richterin.

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Von RND/dpa

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