Kommentar

Christian Hiersemenzel zu den Beamten

Foto: Christian Hiersemenzel kommentiert das Weihnachtsgeld für Beamte.

Christian Hiersemenzel kommentiert das Weihnachtsgeld für Beamte.

Kiel. Die Erwartungshaltung wird immer größer. Gestern beschloss das Kabinett ein Konzept, mit dem der öffentliche Dienst zunächst vor allem technische Mitarbeiter umwerben will; andere Bereiche dürften bald folgen. Schleswig-Holsteins Verwaltung geht der Nachwuchs aus. Und der Stormarner CDU-Abgeordnete Lukas Kilian unterstrich die Dringlichkeit, indem er feststellte, dass "die besten Köpfe überall gefragt" seien. Das stimmt. Allerdings will die engagiert vorgetragene Mitarbeiter-Offensive so gar nicht mit dem zusammenpassen, was sich ein paar Stunden zuvor im Landeshaus ereignete. Der Petitionsausschuss hatte zu einer öffentlichen Anhörung eingeladen, und zu Wort kam ein Beamter, der sich über das gekürzte Weihnachtsgeld beklagte. Man könnte es auch anders formulieren: Sein Arbeitgeber ist leider geizig.

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Und das bleibt haften. Mögen sich die führenden Köpfe im Finanzministerium auch noch so sehr das Hirn zermartern, wie die Besoldungsstruktur reformiert werden könnte: Die Botschaft lautet für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst immer gleich. Sie sollen in Notzeiten für ihren Arbeitgeber einstehen, bekommen es in guten Zeiten aber nicht gedankt. Wertschätzung sieht anders aus.

Viele Betriebe zahlen ebenfalls längst kein Weihnachtsgeld mehr? Mag ja sein. In Zeiten aber, in denen der öffentliche Dienst um jeden qualifizierten Mitarbeiter kämpfen muss, sollte auf jeden Fall das Gehalt stimmen. Diese Botschaft wäre gestern im Dialog mit dem enttäuschten Beamten nötig gewesen.

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