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Kommentar

Christian Longardt zu Günthers Anruf

Foto: Christian Longardt

Christian Longardt ist Chefredakteur der Kieler Nachrichten

Kiel/Büdelsdorf. Man kann sich also gut vorstellen, dass er gelegentlich selbst zum Telefonhörer greift, um ein Problem irgendwo in Schleswig-Holstein kraft Amtes lösen zu helfen. Den Kontakt zu den Kommunen zu halten, sich vor Ort umzuhören, wo der Schuh drückt, gehört ein Stück weit zur Jobbeschreibung eines Ministerpräsidenten. Man darf sich aber wundern, woher der junge Familienvater all seine Energie nimmt: das Land regieren, Merkel verteidigen, die CSU anrempeln – und nebenbei noch ein Querfeldein-Radrennen in Büdelsdorf retten. Das ist schon ein bemerkenswertes Pensum.

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Weil ihn sein Onkel, der Organisator des Rennens, um Hilfe bat, hat Günther gleich zweimal in der Stadtverwaltung angerufen. Diese Peinlichkeit wäre kaum herausgekommen, hätte der Verwandte nicht im Rathaus mit seinen Kontakten in die Staatskanzlei geprahlt. Dumm gelaufen für den Neffen. Da hilft es auch wenig, dass der Regierungssprecher beteuert, beim MP gebe es keinen Familienbonus. Für einen Skandal reicht die Posse nicht, zumal die Büdelsdorfer standhaft blieben. Ein Geschmäckle aber bleibt.

Als Amtsvorgänger Torsten Albig einst beim Jubiläum der Firma seiner Freundin als Ehrengast auftrat, mokierte sich ein Oppositionsführer namens Günther, dem Ministerpräsidenten fehle es an Augenmaß. Er sollte sich an seine Worte von damals erinnern.

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