Einzelhandel in Schleswig-Holstein

Corona-Regeln im Einzelhandel: So läuft das Weihnachtsgeschäft in SH

Kein Gedränge, keine Schlangen: Corona-Auflagen wie 2G, Homeoffice und Maskenpflicht erschweren auch vielen Händlern in der Kieler Holstenstraße das Weihnachtsgeschäft.

Kein Gedränge, keine Schlangen: Corona-Auflagen wie 2G, Homeoffice und Maskenpflicht erschweren auch vielen Händlern in der Kieler Holstenstraße das Weihnachtsgeschäft.

Kiel/Neumünster. Das zweite Jahr in Folge vermiest die Corona-Pandemie das Weihnachtsgeschäft für Schleswig-Holsteins stationären Einzelhandel. 2G-Regel und weitere Corona-Maßnahmen laden nicht gerade zum Bummeln ein. Weihnachtsmärkte, die sonst die Menschen in die Innenstädte locken, sind entweder abgesagt oder auch eher wenig besucht. An diesem Trend hat auch das vierte Adventwochenende nichts geändert.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„2G hat das Einkaufsverhalten der Kunden geändert“, sagt Udo Mählitz vom Medimax in Schwentinental. Diese seien verhaltener im Vergleich zu vorher. Aber: „Wer in den Laden kommt, kauft meistens auch etwas – diese Quote ist mit 2G deutlich gestiegen.“ In Kiel stellt Meislahn-Chef Daniel Hacker fest: „2G ist auf jeden Fall eine Beeinträchtigung.“ Ein Vergleich zum vergangenen Jahr ist indes nicht wirklich möglich. „Da hatten wir jetzt schon geschlossen“, erinnert Hacker. Denn wegen der Pandemie-Entwicklung gab es damals noch vor Weihnachten einen Lockdown.

Schleppendes Weihnachtsgeschäft in der Kieler Innenstadt

Nun sind die Geschäfte zwar offen, dass das Weihnachtsgeschäft aber eher schleppend verläuft, sagt nicht nur der Handelsverband Nord. In der Dänischen Straße in Kiel berichtet selbst Buchhändler Wolfgang Erichsen, dessen Geschäft als Alltagsbedarf von 2G-Kontrollen befreit ist, dass er einen generellen Frequenzrückgang spüre.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Und der ist vor allem dem Homeoffice geschuldet“, sagt Antje Meyn, Prokuristin der Kieler Schuhhandelskette Heinrich. 2G schränke natürlich ein, aber die Stammkunden nähmen das für die zusätzliche Sicherheit gerne in Kauf. Das Flanieren aber, das falle derzeit weg.

Eine allgemeine Zurückhaltung der Kundschaft beobachtet auch Karsten Bärschneider, Manager des Kieler Einkaufszentrums Sophienhof. „Vergleicht man realistischerweise die Werte mit dem Weihnachtsgeschäft von 2019 vor Corona, müssen wir Rückgänge in einer Größenordnung von 20 bis 25 Prozent feststellen.“ Es gebe jedoch erhebliche Streuungen.

Das bestätigt auch Daniel Hacker: „Wir haben weniger Kunden. Aber die, die wir haben, kaufen deutlich mehr.“ Er erinnert außerdem daran, dass es in der ersten Dezemberhälfte 2020 Panikkäufe gab. Um endgültig Bilanz zu ziehen, sei es noch zu früh. Aber klar sei schon jetzt: „Das ist kein Weihnachtsgeschäft wie früher. Das hat aber mehrere Gründe, nicht nur Corona.“ Dazu gehöre vor allem der Onlinehandel.

Nortex in Neumünster: Weihnachtsgeschäft unter 2019, aber über 2020

Kai Först vom Neumünsteraner Textilkaufhaus sieht unterschiedliche Trends: Viele Anlässe für Festmoden fielen in diesem Jahr weg, aber es gebe auch mehr Nachfrage nach praktischen Kleidungen wie Regenjacken oder veränderten Größenbedarf bei Hosen. Först zieht ausgewogene Bilanz: „Wir liegen unter 2019, aber auch über 2020.“ Zudem flüchten sich viele inhabergeführte Geschäfte wie der Kieler Herrenausstatter Kelly’s oder Heinrich in die Zuversicht, dass ihre Stammkundinnen und Stammkunden in jeder Situation zu ihnen finden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Händler halten wenig von verkaufsoffenen Sonntagen im Januar

Wenig anfangen können die Händlerinnen und Händler hingegen mit dem CDU-Vorschlag, die 2G-Einbußen im Weihnachtsgeschäft mit vier verkaufsoffenen Sonntagen im Januar auszugleichen. Aus ihrer Sicht setzt das an der falschen Stelle an. Antje Meyn spricht wohl für viele Chefs, wenn sie sagt: "Wir müssen sehr behutsam mit unserem Personal umgehen." Gerade nach Phasen der Lockdowns und Kurzarbeit sei das angezeigt. Auch Mareike Petersen, Geschäftsführerin des Handelsverbandes Nord, hält den Vorschlag für wenig hilfreich. Sie fordert vielmehr eine Umgestaltung der Fördermöglichkeiten. "Aktuell ist man ab 30 Prozent Rückgang antragsberechtigt. Diese Grenze muss herabgesetzt werden – unser bundesweiter Vorschlag sind 15 Prozent."

Von Niklas Wieczorek und Jördis Früchtenicht

Mehr aus Schleswig-Holstein

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen