Ostsee-Tunnel

„Die Querung ist ein totes Pferd“

Foto: Große Zweifel: Konstantin von Notz verweist auf Berechnungen zur Rentabilität des geplanten Belttunnels.

Große Zweifel: Konstantin von Notz verweist auf Berechnungen zur Rentabilität des geplanten Belttunnels.

Kiel. Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Schleswig-Holstein, nennt die feste Querung des Fehmarnbelts ein "totes Pferd". In dieser Auffassung sieht sich der Jurist durch die jüngste Studie von PwC bestätigt. Das Gutachten hatte das unabhängige Amt für Planfeststellung Verkehr, das dem Wirtschaftsministerium in Kiel angegliedert ist, in Auftrag gegeben: Geprüft werden sollte, welche Auswirkungen die feste Beltquerung im schlechtesten Fall für die Reederei Scandlines haben könnte.

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Fehmarnbelt-Querung: Fähre punktet weiterhin

Bisher seien alle Rentabilitätsberechnungen davon ausgegangen, dass Scandlines mit der Eröffnung des Tunnels den Betrieb einstellt und damit als Konkurrent wegfällt, erklärte von Notz. Scandlines weise jedoch seit Jahren in aller Deutlichkeit darauf hin, dass dies nicht zutreffen werde. Die PwC-Studie komme nun zu dem Schluss, dass etwas mehr als ein Drittel des für die feste Fehmarnbelt-Querung prognostizierten Lkw- und Pkw-Verkehrs weiter die Fähre nutzen werde. „Zudem wird prognostiziert, dass bis zu 40 Prozent des Frachtverkehrs auch weiterhin auf der Fährlinie verbleiben wird“, sagt von Notz. „Sollten die Prognosen eintreten, würde dem Tunnelbetreiber rund ein Viertel der geplanten Einnahmen wegfallen. Das ist erheblich.“

Da es sich keinesfalls um ein Gefälligkeitsgutachten handele, müssten Rentabilitätsberechnungen schleunigst aktualisiert und von der Bundesregierung vorgelegt werden. Auch „zahlreiche sonstige Fehlannahmen“ müssten dringend korrigiert werden, um das tatsächliche Risiko für die öffentlichen Haushalte bewertet zu können.

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Verkehrsgutachten ist maßgeblich

Bei dem zuständigen Amt für Planfeststellung Verkehr sieht man das allerdings anders. Für die Rentabilitätsberechnungen sei das Verkehrsgutachten maßgeblich. Man habe, so erläutert Amtsleiterin Gesa Völkl, das Gutachten zu Scandlines in Auftrag gegeben, um eine Lücke zu schließen: Es habe zwar schon ein Gutachten vorgelegen – aber nur zu den Folgen für Scandlines insgesamt und nicht explizit für die Scandlines-Linie Rödby-Puttgarden.

Das PwC-Gutachten mit den Worst-Case-Szenarien sei dem Amt allerdings schon Ende 2018 zugegangen. „Deshalb konnten wir die Ergebnisse bereits in den Planfeststellungsbeschluss einarbeiten. Eine Aktualisierung wie gefordert ist deshalb nicht notwendig“, erklärte Gesa Völkl.

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