Reformationstag

Ein freier Tag für den Norden

Foto: An prominenter Stelle auf dem Marktplatz der Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt) erinnert ein Denkmal an den Reformator Martin Luther.

An prominenter Stelle auf dem Marktplatz der Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt) erinnert ein Denkmal an den Reformator Martin Luther.

Kiel. Bischof Gothart Magaard begrüßt die politische Entscheidung: „Feiertage als freie Tage sind ein wesentlicher Ausdruck unserer menschlichen Kultur. Sie machen deutlich, dass der Mensch mehr ist, als er in der alltäglichen Betriebsamkeit zu sein scheint.“ Der Reformationstag sei nun Feiertag und „freier“ Tag zugleich. „Er ist dazu da, Menschen Raum und Zeit zur Vergewisserung zu geben: geistliche Vergewisserung über das, was sie in ihrem Leben trägt, worauf sie bauen oder – mit Martin Luther – woran sie ihr Herz hängen.“

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DGB: Feiertag fördert Leistungskraft und Motivation

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßt, dass der 31. Oktober nun im Norden gesetzlicher Feiertag ist: „Der neue Feiertag ist von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hart erarbeitet worden“, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. „Von 2000 bis 2016 hat sich die Produktivität der Wirtschaft drei Mal schneller entwickelt als der Lohnzuwachs. Deshalb ist der neue Feiertag auch längst erwirtschaftet.“ Polkaehn sieht den Reformationstag im Vergleich zu den Feiertagen in Süddeutschland auch als Ausgleich: „Noch immer gibt es einen großen Abstand zur Jahresarbeitszeit in den katholisch geprägten Bundesländern. Dort zeigt sich: Arbeitsfreie Tage schaden der Produktivität überhaupt nicht, im Gegenteil, sie können Leistungskraft und Motivation fördern.“

Wirtschaft nicht begeistert von neuem Feiertag

Die Argumentation, dass ein neuer Feiertag im Norden für mehr Gerechtigkeit im Vergleich zum Süden sorgt, mag die Wirtschaft nicht nachvollziehen: „Die norddeutsche Wirtschaft hat die Einführung des Reformationstages als zusätzlichen Feiertag respektiert, aber die Begründung für die Einführung kann auch heute noch in keiner Hinsicht überzeugen", findet Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbandes Nord. "In Zeiten hoher Auslastung ist ein zusätzlicher Feiertag für die Unternehmen schmerzhaft. Der zusätzliche Feiertag ist ein verlorener Arbeitstag und geht zulasten der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen."

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Bischof Magaard lädt zu einer öffentlichen Veranstaltung im Kieler Rathaussaal ein, bei der unter anderem auch Landtagspräsident Klaus Schlie und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer anwesend sein werden.

Von Jördis Früchtenicht

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