Berührende Geste bei Aktion „Licht zeigen“

Enkel der Kieler Rabbi-Familie Posner klebt Sticker neben Originalfoto

90 Jahre nachdem seine Großmutter Rahel Posner in Kiel mit einem Foto Widerstand gegen die Nationalsozialisten zeigte, hängt Yehuda Mansbach den Leuchter-Sticker der Aktion „Licht zeigen“ gleich neben das Originalfoto an die Fensterscheibe seines Hauses in Bet Schemesch nahe Jerusalem.

90 Jahre nachdem seine Großmutter Rahel Posner in Kiel mit einem Foto Widerstand gegen die Nationalsozialisten zeigte, hängt Yehuda Mansbach den Leuchter-Sticker der Aktion „Licht zeigen“ gleich neben das Originalfoto an die Fensterscheibe seines Hauses in Bet Schemesch nahe Jerusalem.

Kiel/Jerusalem. Welch berührende Geste: Yehuda Mansbach, der Enkel des einstigen Kieler Rabbis Akiba Posner und dessen Frau Rahel, klebt wie zahlreiche KN-Leserinnen und -Leser den „Licht zeigen“-Sticker an die Fensterscheibe seines Wohnzimmers in Bet Schemesch nahe Jerusalem. Und zwar direkt neben das Originalfoto, dem die ganze Aktion zugrunde liegt und das seine Großmutter im Dezember 1931 machte. Das Foto zeigt den Chanukka-Leuchter, der auf dem Fensterbrett steht, auf der gegenüberliegenden Straßenseite weht bereits die übergroße Nazi-Flagge.

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Seine Großeltern wurden durch die zunehmende Bedrohung der Nazis aus Kiel vertrieben, im Juni 1933 emigrierte das Paar mit seinen drei Kindern, darunter auch Yehudas Mutter. Der Schmerz, der seinen Vorfahren von den Deutschen angetan wurde, sitzt noch immer tief – davon erzählten er und seine Schwester Nava Gilo den Kieler Nachrichten bereits im Dezember.

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Jetzt sendet Yehuda Mansbach eine emotionale Botschaft nach Kiel: „Seit ich aufwachse, höre ich die Geschichten meiner Großeltern vom jüdischen Leben in Kiel vor dem Holocaust. Gut 90 Jahre später dieses Symbol der jüdischen Kontinuität in die Gesellschaft zurückzubringen und das in einer vereinigenden Aktion des Erinnerns, ist ganz besonders bedeutsam. Hoffentlich wird sie allen gute Tage der Menschlichkeit bringen.“ Seine Botschaft endet er mit dem berühmten Zitat des US-Astronauten Neil Armstrong, der 1969 als erster Mensch den Mond betrat: „Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Sprung für die Menschheit.“

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„Licht zeigen“: Enkelin ist berührt von der Aktion in Kiel und der Resonanz darauf

Auch seine Schwester Nava Gilo und ihr Mann Motke sind von der Aktion der Kieler Nachrichten und des Freundeskreises Yad Vashem begeistert: „Wir sind berührt, dass das Foto unserer Großmutter so viele Menschen inspiriert und die Aktion „Licht zeigen“ in Kiel und ganz Deutschland eine solche Resonanz erfährt. Der Holocaust ist eine Tragödie, die wir nie vergessen werden und die stets in Erinnerung bleiben muss, gerade in Deutschland.“

Auch Nava Gilo und ihr Mann Motke kleben den Leuchter-Sticker der Aktion „Licht zeigen“ an die Fensterscheibe ihres Hauses.

Auch Nava Gilo und ihr Mann Motke kleben den Leuchter-Sticker der Aktion „Licht zeigen“ an die Fensterscheibe ihres Hauses.

Vor einem Monat durften die KN per Videoschalte an der Chanukka-Feier der Posner-Nachfahren teilnehmen. Damals machte Nava Gilo deutlich, wie sehr die Gräueltaten der Nazis noch in ihrem Leben präsent seien. „Es sind einfach Dinge passiert, die man nicht auslöschen kann: Wir tragen vor allem die schlimme Zeit im Herzen“, erklärte Nava damals.

Die Eltern ihres Mannes, sagte sie noch, tragen eine Nummer auf dem Unterarm – als Kinder waren sie gefangen im Konzentrationslager. Sie überlebten, gezeichnet fürs Leben. „Und selbst, wenn sie nicht mehr unter uns weilen, werden wir es nicht vergessen.“ Umso eindrucksvoller, dass auch sie und ihr Mann den Sticker an ihr Fenster geklebt haben.

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