Rocker-Affäre

Erstmals sprechen die LKA-Führer

Foto: Montag startet der Parlamentarische Untersuchungsausschuss in die dritte öffentliche Zeugenvernehmung. Wieder einmal soll die Anhörung unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen im Landeshaus in Kiel stattfinden.

Montag startet der Parlamentarische Untersuchungsausschuss in die dritte öffentliche Zeugenvernehmung. Wieder einmal soll die Anhörung unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen im Landeshaus in Kiel stattfinden.

Kiel. Lassen sich die zahlreichen Ungereimtheiten bei der Durchsuchung des Clubheims der Rocker aufklären? Und was sagen die LKA-Führer zu den Mobbing-Vorwürfen ihrer ehemaligen Mitarbeiter: Räumen sie Fehler ein oder gehen sie in die Offensive?

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Joachim S. war zu Zeiten der Soko Rocker Vorgesetzter von Martin H. und Axel R.. Die beiden ehemaligen Ermittler hatten die Rocker-Affäre ins Rollen gebracht. In ihren Befragungen vor dem Ausschuss hatten die Beamten Vorgesetzte schwer belastet und ihre Vorwürfe der Aktenmanipulation und des Mobbings untermauert.

Betroffener kannte negative Beurteilung nicht

Nach Informationen der Kieler Nachrichten wird sich Joachim S. unangenehmen Fragen stellen müssen: Im Fokus steht dabei eine Beurteilung von Axel R., von der der Betroffene selbst bis vor kurzem nichts wusste. Der ehemalige Soko-Chef Matthias E. hatte unter Mitarbeit von Joachim S. dem Ermittler in dem Schriftstück unterstellt, seine eigenen Interessen „über das Leib und Leben“ anderer zu stellen.

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Ein harscher Vorwurf, mit dem der Betroffene offenkundig nie konfrontiert worden war. Überdies sind dienstrechtlich keine Konsequenzen gezogen worden. Andernfalls hätte Axel R. nicht weiter im Polizeidienst bleiben dürfen. War die Beurteilung eine Art Rache an dem kritischen Beamten? Die Abgeordneten wollen von dem ehemaligen Vorgesetzten Antworten hören.

Keine Fotos von Durchsuchung

LKA-Führer Thorsten W. hatte nach der Messerstecherei den Einsatz der Polizei koordiniert. Bereits im Zuge des Akteneinsichtsverfahrens war Abgeordneten aufgefallen, dass es vom Einsatz im Clubheim der Bandidos weder Fotos, noch Videos oder Skizzen gibt. Die PUA-Mitglieder verlangen eine schlüssige Erklärung, weshalb von gängiger Polizeipraxis abgewichen wurde.

Ebenso fragwürdig ist, weshalb die Einsatzkräfte die Durchsuchung des mehretagigen Einfamilienhauses mit 25 Räumen nach nicht einmal einer Stunde abschlossen. Pikant ist die Frage, warum sich der Leiter der Sondereinheiten Dirk K. offenkundig bereits vor der Durchsuchung im Haus des Bandidos-Präsidenten Ralf B. befunden hatte. Der Rockerboss soll nach Recherchen von KN-online und des NDR Informant der Polizei gewesen sein.

Schließlich wollen die Abgeordneten wissen, wie von Thorsten W. ausgedruckte, interne Polizeidaten in das Auto von Bandidos-Vize Peter B. gelangen konnten.

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