Boostedt

Familiendrama in Flüchtlingsunterkunft

Foto: Innenminister Hans-Joachim Grote (links) und der Boostedter Bürgermeister Hartmut König (beide CDU) vor der Einwohnerversammlung in der Gemeinde.

Vor der Einwohnerversammlung: Innenminister Hans-Joachim Grote (links) begrüßt Boostedts Bürgermeister Hartmut König (ebenfalls CDU).

Boostedt. Bei der Einwohnerversammlung wurde zwar über Kriminalität durch Flüchtlinge gesprochen, über die Messerattacke informierten aber weder die anwesenden Polizeivertreter noch Minister Grote und sein Staatssekretär Torsten Geerdts. Nach einem internen Lagebericht der Landespolizei, der unserer Redaktion vorliegt, hatte ein 34-jähriger Flüchtling aus dem Iran bereits am Freitag vergangener Woche seine gleichaltrige Ehefrau mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Der Mann wurde festgenommen und sitzt seit Sonnabend auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Haft.

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Bei vergleichbaren Fällen schwerer Kriminalität werden Medien und Öffentlichkeit in der Regel zeitnah von den Behörden informiert. Mehrere Ermittler äußerten gegenüber KN-online den Verdacht, dass angesichts der bevorstehenden Bürgerversammlung in Boostedt ganz bewusst auf eine Mitteilung verzichtet worden sei. „Die Beweislage ist eindeutig, es bestehen weder Verdunkelungs- noch Fluchtgefahr, da der Tatverdächtige in Haft sitzt“, sagte einer der Ermittler.

Oberstaatsanwalt Axel Bieler bestätigte am Donnerstagabend den Fall. Man habe nicht informiert, weil es sich um eine „reine Beziehungstat“ handele und es „keine Nachfragen“ gegeben habe. Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU) sagte auf Anfrage, auch er sei nicht informiert worden.

Von Bastian Modrow und Niklas Wieczorek

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Von KN-online

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