Schlafforschung Kiel

Forscher fordert späteren Schulstart

Foto: Prof. Robert Göder - UKSH Schlaflabor

Prof. Robert Göder - UKSH Schlaflabor

Kiel. „Damit tun wir unseren Jugendlichen Gewalt an.“ Der stellvertretende Direktor des Zentrums für Integrative Psychiatrie am UKSH und Leiter des Kieler Schlaflabors Prof. Dr. Robert Göder findet klare Worte, was den derzeitigen Schulbeginn zwischen 7.30 Uhr und acht Uhr morgens angeht.

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Verminderter Melatonin-Ausstoß bei Jugendlichen

Studien würden zeigen, dass kleinere Kinder in der Regel recht früh wach werden, so Göder. Je älter Kinder aber würden, umso mehr verschiebe sich ihr natürliches Aufwachen nach hinten, bis diese Verschiebung mit circa 16 Jahren ihren Höhepunkt erreicht. „Das hängt mit der Pubertät und den gewaltigen neuronalen Umbauprozessen zusammen“, erklärt Göder. „Und wir wissen auch, dass in der Pubertät deutlich weniger Melatonin ausgeschüttet wird.“ Das Hormon Melatonin steuert den Tag-Nacht-Rhythmus im menschlichen Körper.

Gleiches Phänomen auch bei Naturvölkern

Sicher sei, dass es sich dabei um ein biologisches Phänomen handle und nicht etwa um ein gesellschaftliches oder eines, das nur die westliche Welt betrifft. „Das Gleiche finden wir auch bei Naturvölkern: Auch da stehen die Jugendlichen später auf und schlafen später ein“, so Göder. „Aus medizinischer Sicht müsste die Schule also ganz klar später anfangen.“

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"Im Dunklen zur Arbeit zu gehen, ist unnatürlich"

Die diskutierte eine Stunde, um die der Schulbeginn nach hinten verschoben werden könnte, halte er für angebracht. Den idealen Zeitpunkt für Start und Ende von Schule und Arbeit gebe es zwar nicht, doch Göder betont: "Im Winter im Dunklen zur Arbeit zu gehen, ist tatsächlich unnatürlich für unseren Körper." Deswegen befürworte er auch die jährlichen Umstellungen zwischen Winter- und Sommerzeit

Mittags besser Sport als Mathe

Der Schlafforscher mahnt allerdings: „Wenn die Schule später beginnt und sich der Unterricht in die Mittagszeit verschiebt, dann ist das auch ein Problem. Mittags erreicht unsere biologische Leistungskurve einen Tiefpunkt.“ Für diese Zeit empfehle er Fächer wie Sport und Kunst statt Mathematik. „Und das wird in den Stundenplänen eigentlich meist auch berücksichtigt.“

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