Kommentar

Frank Behling zu den Kanal-Problemen

Foto: Schifffahrtsexperte Frank Behling

Schifffahrtsexperte Frank Behling

Kiel. Um es vorwegzunehmen: Schuld allein ist nicht der Bundesverkehrsminister. Die Schuld verteilt sich auf viele Schultern. Das Wort vom Systemversagen macht inzwischen die Runde.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Ausschreibung und Vergabe des Neubaus der Schleusenkammer lief ganz nach Recht und Gesetz. Alle Vorschriften und Gesetze wurden penibel erfüllt. Dennoch lief das Projekt völlig aus dem Ruder. Der Druck zur Annahme des günstigsten Angebots ist dabei ein wesentlicher Faktor bei der Fehlersuche. Die Angebote bei der EU-weiten Ausschreibung wurden im Vorwege so im Preis gedrückt, dass eigentlich keine auskömmliche Kalkulation für die Baufirmen möglich war. Es ist nur verständlich, wenn angesichts dieser gesetzlichen Rahmenbedingungen Unternehmer inzwischen einen großen Bogen um öffentliche Aufträge machen.

Wenn die Werft TKMS in Kiel einen neuen U-Boot-Hafen baut, vergibt sie nicht an den billigsten Bieter, sondern an den Bieter mit dem besten Konzept und der besten Qualität. Bei Aufträgen der öffentlichen Hand geht es dagegen selten um gute Handwerksarbeit, sondern vor allem um den Preis. Es gehe ja um Steuergelder. In Brunsbüttel führte diese Art der Vergabe von Aufträgen in ein Fiasko. Wenn sich der billigste Anbieter den Auftrag holt, wird es inzwischen fast immer am Ende für den Steuerzahler richtig teuer.

Mehr aus Schleswig-Holstein

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen