Frida Kammerer zum Schleierverbot
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Frida Kammerer ist Volontärin der Kieler Nachrichten
© Quelle: Ulf Dahl
Kiel. Dieses akademische Vermummungsverbot verletzt weder die Religions- noch die Meinungsfreiheit, denn es geht um den Respekt voreinander. Wenn man miteinander spricht, sollte der Gesprächspartner auch das Gegenüber sehen und deuten können. Bei einem Kopftuch ist das möglich. Gegen den so genannten Hijab ist also im Kern nichts einzuwenden.
Für die Kieler Uni spricht auch der Koran. Dort ist nach Auslegung zahlreicher muslimischer Gelehrten ein Gesichtsschleier nicht vorgeschrieben. Oder andersherum: Frauen, die Gesicht und Haare zeigen, haben vor Gott keinen Nachteil. Ein Blick in die Geschichte zeigt den eigentlichen Sinn des Kleidungsstücks: Einst trugen es Beduinen und ihre Frauen auf der arabischen Halbinsel als Schutz vor dem scharfen Wüstenwind. Heute wird die Bedeckung in Europa vor allem von Salafisten beworben, und zwar auf ihrem politischen Schleier-Kreuzzug gegen die moderne westliche Gesellschaft.
Was an der Uni richtig ist, muss auch für die Schulen gelten. Bildungsministerin Karin Prien zeigt hier klare Kante. Vollverschleierte Schülerinnen wurden in Schleswig-Holstein zwar noch nicht gesehen. Aber auch hier gilt es, die Grenze der Toleranz klar zu definieren und so Übertritte von vornherein zu verhindern. Es gilt in diesem Fall das alte Motto: Wehret den Anfängen.