Atommüll-Deponie gesucht

Gemeinden wollen sich wehren

Beim Abriss eines Atomkraftwerks, hier nahe Stuttgart, fällt viel Schutt an. Wo er in Schleswig-Holstein entsorgt werden soll, ist unklar.

Beim Abriss eines Atomkraftwerks, hier nahe Stuttgart, fällt viel Schutt an. Wo er in Schleswig-Holstein entsorgt werden soll, ist unklar.

Achterwehr/Großenaspe. Umweltminister Jan-Philipp Albrecht will Ende August verkünden, auf welcher der sieben zur Auswahl stehenden Deponien der sehr schwach radioaktive Abriss-Schutt landen soll. Dem Abschluss des Qualifizierungsverfahrens sehe man gespannt entgegen, sagte Stefan Marxen, Sprecher der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Schönwohld". "Wir wissen allerdings nicht, was Minister Jan-Philipp Albrecht unter einem ,intensiven Dialogprozess' versteht. Die Kommunikation mit den Bürgerinitiativen wurde schon vor drei Jahren vom Ministerium beendet, und auch die Gemeinde Achterwehr hat trotz mehrfacher Anfragen keinen Einblick in das Qualifizierungsverfahren erhalten können", kritisierte Marxen.

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Bei der Prüfaktion haben die Experten vor allem die Deponien der Klasse II im Visier – eine Tatsache, die Marxen erstaunt: „Jahrelang hat man uns glauben machen wollen, dass es sich bei dem Abfall im Grunde um völlig harmlosen und normalen Bauschutt handelt. Warum für diesen jetzt aber eine bessere Abdichtung der Deponie vonnöten sein soll, erschließt sich uns nicht.“

In Großenaspe reagiert man gelassen, in Damsdorf will man sich "bis zum Letzten wehren"

Großenaspes Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) sieht die Diskussion indes gelassen. Rechtlich sei die Einlagerung in Großenaspe nicht möglich, weil sich die Deponie in Privathand befinde, sagte Klinger. „Ich habe die Zusage vom Geschäftsführer, dass die Entsorgungsgesellschaft keinen Müll aus Kernkraftwerken annehmen wird.“

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In der Gemeinde Damsdorf ist inzwischen die Gründung einer Bürgerinitiative gegen die Pläne des Umweltministeriums im Gespräch. „Wir werden uns bis zum Letzten dagegen wehren“, sagte Bürgermeister Jürgen Kaack. Von dem Bauschutt gehe ein Restrisiko aus, das die Gemeinde nicht bereit sei zu tragen.

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