Spektakulärer Umzug

Gerettete Bären kommen nach Kappeln

Foto: So musste Maya 15 Jahre lang in Litauen leben, bis sie von Tierschutzorganisationen gerettet wurde. In diesem Jahr soll sie mit zwei Braunbärinnen und zwei Kragenbären nach Schleswig-Holstein umziehen - ins Tierschutzzentrum Weidefeld in Kappeln.

So musste Maya 15 Jahre lang in Litauen leben, bis sie von Tierschutzorganisationen gerettet wurde. In diesem Jahr soll sie mit zwei Braunbärinnen und zwei Kragenbären nach Schleswig-Holstein umziehen - ins Tierschutzzentrum Weidefeld in Kappeln.

Kappeln. Die Braunbärin Maya vegetierte 15 Jahre lang in Litauen in einem engen Käfig neben einem Restaurant – als Attraktion und zur Belustigung der Gäste. In Osteuropa sei solche Qualhaltung nicht ungewöhnlich, berichtet Patrick Boncourt, Referent für Bären beim Deutschen Tierschutzbund. "Nicht selten werden diese Bären als Jungtiere aus der Wildbahn geholt. Die Haltung ist katastrophal und oft werden sie mit Essensresten sowie Chips gefüttert und neben Cola sogar mit Schnaps abgefüllt, um sie gefügiger zu machen."

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Tierschützer retteten Maya

Maya wurde durch Tierschutzorganisationen 2012 gerettet. Seither lebt die Braunbärin im Biotopwildpark Anholter Schweiz in Nordrhein-Westfalen - wie die Braunbären Ronja und Mascha, die 2008 aus einem deutschen Tierpark geholt wurden, und die Kragenbären Balou und Serenus. Doch der Pachtvertrag läuft zum Jahresende aus. Der Tierschutzbund musste eine Alternative suchen. Die Wahl fiel auf Schleswig-Holstein.

Weidefeld ist oft die letzte Rettung

Denn hier betreibt der Deutsche Tierschutzbund bei Kappeln das Tierschutzzentrum Weidefeld. Rund 300 Tiere leben auf dem weitläufigen ehemaligen Munitionsdepot – verletzte und verwaiste Wildtiere, vor allem aber Tiere, die beschlagnahmt wurden oder an Tierheime abgegeben wurden. Nun kommen auf die Leiterin und Verhaltensbiologin Dr. Katrin Umlauf zwei weitere Tierarten hinzu.

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Für die drei Braunbärinnen und zwei Kragenbären werden drei große Gehege mit Teichen, Bäumen, Klettergerüst, Verstecken vorbereitet. Ehemalige Bunker werden zu Rückzugsräumen umgebaut – auch für einen ungestörten Winterschlaf. Außerdem gibt es in dem extra gesicherten Gelände noch zwei kleinere Gehege, in denen Tiere einzeln vom Tierarzt behandelt werden können oder einfach mal für sich sein können. Denn Bären sind in freier Wildbahn Einzelgänger.

Ziel: Kein Bär in Gefangenschaft

"Wichtig ist, den Bären ein möglichst artgerechtes Leben bis zum natürlichen Ende zu bieten. Aber das übergeordnete Ziel bleibt natürlich, dass Bären gar nicht mehr in Gefangenschaft gehalten werden", sagt Katrin Umlauf. Bei Führungen sollen Besucher deshalb über die natürliche Lebensweise der Raubtiere informiert werden.

Für die neuen Bären im Tierschutzzentrum Weidefeld werden noch Sponsoren und Paten gesucht.

Der vorerst letzte Braunbär in Schleswig-Holstein war Püppi im Tierpark Neumünster. Sie wurde 2018 im Alter von 34 Jahren eingeschläfert.

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