Destillieren in Deutschland

Gesetzestexte für Schnapsideen

Foto: Von Aquavit bis Whiskey: Ralf Stelzer destilliert in Altenhof sieben bis acht Sorten Schnaps.

Von Aquavit bis Whiskey: Ralf Stelzer destilliert in Altenhof sieben bis acht Sorten Schnaps.

Altenhof. Herr Stelzer, welche Voraussetzungen sind notwendig, um legal Alkohol zu destillieren?

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Es gibt den Ausbildungsberuf zum Destillateur, in dem man sogar seinen Meister machen kann. Man kann aber auch quer einsteigen, so wie ich es gemacht habe. Dann besucht man verschiedene Seminare zum Beispiel bei Firmen, die Brennanlagen bauen oder an der Universität Hohenheim, um sich das Wissen anzueignen. Man sollte sich allerdings auch nach den Seminaren fortbilden, um den steigenden Anforderungen der Verbraucher gerecht zu werden.

In Deutschland wird ja so gut wie alles durch eine Menge Gesetze geregelt. Wie sieht es beim Destillieren aus?

Es gibt verschiedene Rechte, die einem erlauben, Alkohol zu destillieren. Es gibt das Brennrecht im Rahmen des Branntweinmonopols, Rechte für Gewerbebetriebe, die Branntwein herstellen und noch weitere. Ich besitze einen Gewerbebetrieb, der Branntwein herstellt. Ich kann im Gegenteil zu den anderen brennen, wann ich will und so viel ich will. Die einzelnen Brennvorgänge müssen aber genau protokolliert werden, denn ich muss die Zollrichtlinien strengstens einhalten. Als Gewerbetreibender, der Branntwein herstellt, benötige ich die Genehmigung des Bundesmonopolamtes und des ortsansässigen Hauptzollamtes.

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Könnten Sie einen kurzen Überblick darüber geben, bei welchen Arbeitsschritten Sie von außen kontrolliert werden?

Bei meiner Verschlussbrennerei ist es so, dass ich zum Beispiel den verplombten Behälter, in den das Destillat nach dem Destillieren hereinfließt, nur unter Aufsicht eines Zollbeamten entleeren darf. Hierbei wird auch gemessen, wie viel reiner Alkohol entstanden ist. Diesen ganzen Vorgang nennt man Branntweinabnahme. Während dieser Abnahme wird auch gleich immer die Anlage selbst überprüft. Es gibt aber auch Kontrollen in ungewissen Abständen, die von Mitarbeitern des Bundesmonopolamtes durchgeführt werden.

Welche Abgaben müssen Sie bezahlen?

Natürlich muss ich die Branntweinsteuer bezahlen. Wenn ich den Alkohol vermarkten möchte, muss ich diese Steuer sofort entrichten. Wird der Alkohol allerdings eingelagert und soll erst später vermarktet werden, kann ich die Steuern aufschieben und muss sie erst entrichten, wenn der Alkohol verkauft wird.

Welche Art von Spirituosen stellen sie in ihrer Destillerie her?

Ich stelle sieben bis acht Sorten her – Obstbrände, Aquavit, Gin, Whisky und Kornbrände. Je nach Jahreszeit, werden die Obstbrände aus verschiedenen Früchten hergestellt.

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Weitere Informationen gibt es unter www.destillerie-altenhof.de

 Interview: Michel Brunn und Moritz Retzlaff, Klasse BGT13, Berufsbildungszentrum Rendsburg-Eckernförde

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