Grippeimpfung 2018

Grippeschutz-Impfstoff ist aufgebraucht

Foto: In der letzten Grippesaison konnten man sich noch Ende Januar gegen Grippe impfen lassen. In der aktuellen Grippesaison ist der Impfstoff schon im November ausverkauft.

In der letzten Grippesaison konnten man sich noch Ende Januar gegen Grippe impfen lassen. In der aktuellen Grippesaison ist der Impfstoff schon im November ausverkauft.

Kiel. Der Mangel an Grippe-Impfstoff trifft nicht nur gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein, sondern auch Privatpatienten. Denn: Die Nachfrage nach Grippeimpfungen ist 2018 unerwartet groß – der Vorrat in vielen Arztpraxen schon aufgebraucht. Und Nachschub gibt es nicht.

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Grippe-Impfung besonders gefragt in diesem Winter

266.000 Impfdosen hatten die gesetzlichen Krankenkassen im Land Schleswig-Holstein im Frühjahr beim Pharmahersteller Mylan bestellt. „Diesen Vertrag hat der Hersteller übererfüllt. Insgesamt wurden 290.000 Impfdosen produziert und geliefert.

Dass der Impfstoff bereits ausverkauft ist, führt Dr. Thomas Maurer, Vorsitzender vom Hausärzteverband Schleswig-Holstein vor allem auf die unerwartet große Nachfrage zurück. "Viele Bürger sind durch die hohe Zahl von Grippe-Erkrankungen zu Jahresbeginn und die Diskussion um Dreifach- und Vierfachimpfstoff sensibilisiert worden. Das Impfinteresse ist stark gestiegen – ich habe 50 Prozent mehr Patienten als zuvor geimpft."

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Dreifach-Impfstoff ist keine Alternative

Der Kieler Facharzt für Allgemeinmedizin Wolfgang Schulte am Hülse freut sich über das gestiegene Impfinteresse. „Dass nun aber kein Impfstoff mehr nachkommt, ist misslich. Es zeigt, dass die Steuerung im Gesundheitssystem nicht funktioniert.“

Auch andere Grippeimpfstoff-Hersteller winken ab. Und der Dreifach-Impfstoff ist auch keine Alternative: „Davon wurde, weil die Ständige Impfkommission seit einem Jahr den Vierfachimpfstoff empfiehlt, nur noch wenig für Deutschland produziert", sagt Friedrich.

Wird Schleswig-Holstein als unterversorgt klassifiziert?

Die einzige Chance: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellt offiziell eine Unterversorgung fest. Dann kann freigegebener Impfstoff aus dem EU-Ausland bezogen werden. Bisher will Spahn aber nur Niedersachsen, Bremen, Saarland, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt als unterversorgt klassifizieren.

Schleswig-Holstein gilt dagegen mit 290000 Impfdosen als gut versorgt. „Viele impfwillige Bürger werden deshalb leer ausgehen“, prognostiziert Thomas Maurer.

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Lesen Sie hierzu auch den
Kommentar von Heike Stüben

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