Prozess

Haftstrafe für Unfallfahrer von der A1

Foto: Demolierte Fahrzeuge, Autoteile und ein Motorblock stehen und liegen auf der Autobahn 1 hinter dem Kreuz Bargteheide. Bei dem schweren Unfall starben drei Männer aus Wismar.

Demolierte Fahrzeuge, Autoteile und ein Motorblock stehen und liegen auf der Autobahn 1 hinter dem Kreuz Bargteheide. Bei dem schweren Unfall starben drei Männer aus Wismar.

Ahrensburg. Der Angeklagte hatte gestanden, am 28. Januar 2018 auf der Autobahn 1 bei Lasbek im Kreis Stormarn mit hoher Geschwindigkeit mit seinem Wagen ein anderes Auto gerammt zu haben, so dass es sich überschlug und auf dem Dach liegen blieb. In dem Fahrzeug starben drei Männer aus Wismar im Alter von 28 bis 40 Jahren. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe gefordert.

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«Ich weiß, dass keine Entschuldigung der Welt die Toten wieder zurück ins Leben bringen kann. Ich bitte Sie aber, mir zu verzeihen», sagte der Angeklagte zu Beginn des zweiten Verhandlungstages an die Hinterbliebenen gerichtet. «Die Schuld, die ich auf mich geladen habe, wird mich ein Leben lang verfolgen.»

Fahrt unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Der Angeklagte, der zur Tatzeit als Barkeeper in Hamburg arbeitete, hatte vor Gericht ausgesagt, er habe sich nach Dienstschluss in sein Auto gesetzt, um zu seiner Freundin nach Lübeck zu fahren. «Ich war sehr aufgewühlt, weil sie sich von mir trennen wollte.» Er sei übermüdet gewesen und habe zudem versucht, seinen Frust mit Alkohol und Drogen zu betäuben. An die verhängnisvolle Fahrt und den Unfall selbst habe er keine Erinnerung mehr, sagte der Angeklagte.

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Nach Angaben der Gerichtsmedizinerin hatte er zum Unfallzeitpunkt knapp 1,8 Promille Alkohol im Blut. Ein technischer Sachverständiger sagte am Freitag aus, der Angeklagte sei auf gerader Strecke mit einer Geschwindigkeit zwischen 170 und 195 Kilometern auf das vorausfahrende Auto aus Wismar aufgefahren und habe es von der Fahrbahn katapultiert. Das Auto der Opfer war nach seinen Angaben höchstens 130 Kilometer pro Stunde gefahren. Die Männer aus Wismar im Alter zwischen 28 und 40 Jahren starben an der Unfallstelle.

Emotionale Erklärungen der Hinterbliebenen

Der Prozesstag am Freitag war auch geprägt von emotionalen Erklärungen der Hinterbliebenen, die dem Prozess als Nebenkläger beigetreten waren. Er habe nicht den Eindruck, dass der Angeklagte wirklich begriffen habe, was er angerichtet habe, sagte der Vater des 28-Jährigen. Eine Frau, die bei dem Unfall ihren Bruder verloren hatte, sagte: «Mein Bruder ist tot, aber Sie leben.»

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Einige Nebenklägervertreter hatten eine höhere Haftstrafe gefordert. Einer der Verteidiger des Angeklagten hatte dagegen eine nicht näher bezifferte Bewährungsstrafe gefordert, der zweite Verteidiger stellte keinen konkreten Antrag.

Von RND/dpa

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