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Schleierverbot

Katharina K. studiert weiter mit Niqab

Foto: Der Asta bestätigt: Katharina K. studiert weiter in Kiel und kommt mit Gesichtsschleier zu Uni-Veranstaltungen.

Der Asta bestätigt: Katharina K. studiert weiter in Kiel und kommt mit Gesichtsschleier zu Uni-Veranstaltungen.

Kiel. Die Uni-Spitze hat ganz andere Informationen. Aus der Pressestelle der CAU hieß es: Nachdem das Präsidium die Verhüllung in Lehrveranstaltungen untersagt habe, sei die Studentin weder zu Lehrveranstaltungen noch zu einer Prüfung erschienen.

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"Offenbar hat das Präsidium keine Kenntnis davon, dass Katharina K. ihr Studium weiter fortführt", versuchte Asta-Mitglied Marissa Zavazava den Widerspruch zu erklären. Dass Katharina K. an einer Prüfung nicht teilgenommen habe, stimme zwar. Ansonsten gehe der Uni-Alltag für sie aber "ganz normal" weiter. Von den meisten Dozenten erfahre Katharina K. demnach sogar Unterstützung dafür, dass sie weiterhin mit einem Niqab erscheint. Das Schleierverbot des Präsidiums habe ja noch keine gesetzliche Grundlage, wird argumentiert. Katharina K. äußert sich nicht zu ihrer aktuellen Situation. Mehrfache E-Mail-Anfragen der Redaktion dazu ließ sie unbeantwortet.

Uni hofft auf Änderung des Hochschulgesetzes

CAU-Vizepräsidentin Prof. Anja Pistor-Hatam hofft nach wie vor auf Unterstützung vom Land und auf verbindliche Regeln zum Schleierverbot durch eine entsprechende Änderung des Hochschulgesetzes: "Wir versprechen uns von der Anhörung des Landtags eine gesetzliche Regelung, die unsere Entscheidung stützt."

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Wie berichtet, startete der Landtag Anfang April eine der größten Anhörungen seiner Geschichte. Noch bis zum 13. Juni sollen sich Experten von 110 Einrichtungen, Vereinen oder Einzelpersonen zu zwei Themenkomplexen äußern: erstens zu einem Gesetzentwurf der AfD, die das Schleierverbot an bayerischen Hochschulen auf Schleswig-Holstein übertragen will; und zweitens zu einem vom Landtag beschlossenen Antrag der Regierungskoalition, die "relevante Grundrechtsaspekte" klären will.

Podiumsdiskussion zum Schleierstreit

Der Streit ums Schleierverbot ist auch Thema einer Podiumsdiskussion, zu der der Asta am Mittwoch, 15. Mai, einlädt. Titel der Veranstaltung: "Vollverschleierung an der Universität – Grenze der Toleranz?" Als Podiumsgäste geladen sind die "Aktivistinnen" Aaliyah Bah-Traoré und Shazia Noor Malik, der Rechtswissenschaftler Prof. Andreas von Arnauld sowie Prof. Bernd Simon (Politische Psychologie und Sozialpsychologie).

Katharina K. will bis nach Karlsruhe gehen

Katharina K. hatte bereits im Februar angekündigt, notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen, um ihr "Grundrecht" einer Gesichtsverschleierung aus religiösen Gründen auch in Uni-Veranstaltungen einzuklagen. Unterstützt wird die Studentin dabei von der Föderalen Islamischen Union – einem Verein mit Sitz in Hannover, den der niedersächsische Verfassungsschutz beobachtet, weil er ihn dem "politischen Salafismus" zurechnet.

Die Kieler Universität begründete ihr Schleierverbot so: Kommunikation in Forschung und Lehre beruhten nicht nur auf dem gesprochenen Wort, sondern auch auf Mimik und Gestik. Deshalb dürften Gesichtsschleier in Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Gesprächen, die sich auf Studium, Lehre und Beratung beziehen, nicht getragen werden.

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