Cyber-Kriminalität

Kein Tag ohne Hacker-Angriff in Schleswig-Holstein

Foto: Geknackte E-Mail-Konten, gekaperte Social-Media-Accounts, gehackte Firmen-Netzwerke: In Schleswig-Holstein vergeht kein Tag, an dem kein Unternehmen oder Bürger Opfer von Cyberkriminellen werden.

Geknackte E-Mail-Konten, gekaperte Social-Media-Accounts, gehackte Firmen-Netzwerke: In Schleswig-Holstein vergeht kein Tag, an dem kein Unternehmen oder Bürger Opfer von Cyberkriminellen werden.

Kiel. Angezeigt werden die wenigsten Straftaten: Vor allem Betriebe haben Angst vor Rufschädigung, sollte der Verlust von Kunden- oder sensiblen Unternehmensdaten publik werden. "Das Dunkelfeld liegt bei mindestens 90 Prozent", sagt der LKA-Experte. 100 Vorgänge bearbeitet das Cybercrime-Dezernat in Kiel pro Jahr – nur die Spitze eines Eisbergs, der Jahr für Jahr größer wird.

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Die Ermittlungsarbeit ist aufwendig, beansprucht nicht selten Monate. "Cyberkriminalität ist in der Regel kein regional begrenztes Delikt, das heißt: Opfer von Datendieben sind häufig nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in anderen Bundesländern zu finden", sagt Hahn.

Stolz ist der Ermittler auf die Aufklärung einer aktuellen Serie von Cyberattacken auf Unternehmen in Deutschland und Österreich. Viel zu häufig würden Cyberattacken nicht bei der Polizei angezeigt. "Firmen haben Angst vor einem Imageschaden, bei Bürgern ist es nicht selten die falsche Annahme, die Erfolgschancen seien zu gering", sagt Hahn.

LKA Schleswig-Holstein: "Daten sind das neue Öl"

Der Experte mahnt zu besonderer Sensibilität - bei Unternehmen ebenso wie bei privaten Internet-Nutzern. "Daten sind das neue Öl", sagt der Fahnder. Der Handel mit E-Mail-Adressen und gehackten Zugangsdaten von Online-Shops wie Amazon oder Zalando floriere.

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Datenschutz: "Jeder Fall ist einer zu viel"

Firmen und Behörden im Land sind verpflichtet, dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz entsprechende Fälle zu melden - in den vergangenen neun Monaten waren das immerhin 125 Datenpannen, bei denen es allerdings nicht nur um Cyberattacken, sondern auch um verlorene oder gestohlene Speichermedien oder versehentliche Veröffentlichungen persönlicher Daten ging.

Nach Auffassung der Landesdatenschutzbeauftragten Marit Hansen sei die Masse von Fällen und gestohlenen Datensätzen letztlich irrelevant: "Jedes Opfer ist eines zu viel und kann persönlich stark betroffen sein von möglichem Identitätsdiebstahl, unberechtigten Abbuchungen von Konten, Rufschädigung oder Diskriminierung."

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