Kriminaldauerdienste

Keine zusätzlichen Autos für die Kripo

Die Ermittler der Mordkommission fahren, wie hier in Hamburg, oft gemeinsam mit dem Wagen zum Tatort.

Die Ermittler der Mordkommission fahren, wie hier in Hamburg, oft gemeinsam mit dem Wagen zum Tatort.

Kiel. Ein Kriminaldauerdienst (KDD) – quasi die Bereitschaftskriminalpolizei – existiert derzeit als ständig verfügbare Einsatztruppe nur im Landgerichtsbezirk Kiel. Die Kriminalbeamten starten den ersten Zugriff für Spurensicherungen an Tatorten nach Einbrüchen, Körperverletzungen oder anderen Verbrechen. In Lübeck besteht immerhin ein Zentraler Kriminaldienst.

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GdP: Fahrzeuge für zusätzliches Personal fehlen

Im Zuge der 500 neu im Land geschaffenen Stellen bei der Polizei sollen solche Gruppen aber landesweit auf die Beine gestellt werden – denn insgesamt 112 der 500 geplanten Stellen werden der Kriminalpolizei zugeschlagen. Der erste Schritt soll dabei das Aufstocken des Personalbestandes in Kiel und Lübeck sein. Doch wie die GdP berichtet, hakt es bereits bei der Einführung in der Landeshauptstadt.

„Ein gut ausgestatteter KDD ist dringend erforderlich, um entsprechende Aufgaben wahrnehmen zu können“, sagt Sven Neumann, der Vorsitzende der GdP-Regionalgruppe Kiel-Plön, „wenn nun das zusätzlich ausgebildete Personal endlich auf den Dienststellen ankommt, aber dort die Einsatzorte nicht erreicht werden können, weil schlicht die Fahrzeuge fehlen, zeugt dies nicht von Wertschätzung für die Sicherheit in Schleswig-Holstein“, prangert Neumann an.

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Elf Beamten sollen den Dauerdienst verstärken

Sollten tatsächlich die Einsatzorte nicht mehr erreicht werden können? Eine Anfrage, wie es zu dem derzeitigen Versorgungsstand kommen konnte und ob es dabei bleibt, ließ das Landespolizeiamt gestern zunächst unbeantwortet; aufgrund des Abstimmungsbedarfs in den Fachabteilungen sei mit einer Antwort erst heute zu rechnen, hieß es.

Nach GdP-Informationen arbeiten derzeit noch 25 Kriminalbeamte im Dauerdienst in Kiel. Sie sind aufgeteilt in vier Schichten und decken den Landgerichtsbezirk Kiel ab, der auch den Kreis Rendsburg-Eckernförde und Neumünster umfasst. Im Zuge der Aufstockung des Personals ab dem 1. August um elf weitere Beamte wachsen nach KN-Informationen auch die Aufgaben. Weiterhin wird in vier Schichten gearbeitet, aber es bleibt bei zwei Einsatzfahrzeugen. Aus Polizeikreisen ist allerdings zu vernehmen, dass mindestens ein weiterer Wagen notwendig gewesen wäre.

Anfang 2020 sollen Kriminaldauerdienste in Segeberg und Flensburg entstehen

Die GdP sieht bereits aus dem Kieler Fall eine Folge für die anderen Einrichtungen der Kriminaldauerdienste im Land. „Die Landesregierung ist dringend gefordert, hier nachzubessern“, fordert Neumann. „Es ist sowohl den Kollegen als auch den Bürgern nicht zu vermitteln, dass keine Fahrzeuge zur Verfügung stehen“, ergänzt Kerstin Friedrich, Vorsitzende des GdP-Landesfachausschusses Kriminalpolizei. „Die Landesregierung um Finanzministerin Monika Heinold muss weiteres Geld zur Verfügung stellen.“

Nachdem der Lübecker ZKD schlicht in KDD umbenannt wird, sollen Anfang 2020 auch Kriminaldauerdienste in der Polizeidirektion Segeberg sowie in Flensburg entstehen. Ob auch für die dann neu geschaffenen Einheiten keine zusätzlichen Fahrzeuge angeschafft werden, bleibt abzuwarten. Die GdP verweist in dem Zusammenhang auch darauf, dass sie bereits vor rund einem Jahr auf fehlende Streifenwagen an den Polizeistationen hingewiesen habe – auch hier sehe die Gewerkschaft kein tragfähiges Konzept, hieß es.

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Der Forderung schließt sich auch die Deutsche Polizeigewerkschaft an. Landesvize Thomas Nommensen erkennt im aktuellen Anlauf des landesweiten Kriminaldauerdienstes bei ausbleibenden Zusatzfahrzeugen ebenfalls ein Problem: „Wer A sagt, muss auch B sagen“, sagt Nommensen. „Wenn Personal aufgestockt wird, muss auch die entsprechende Ausstattung her.“

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